01.07. 2015

Angebot: Social Media Coaching

Vielen Dank für die Kommentare und Nachrichten, die ich auf meinen letzten Artikel hin bekommen habe. Was gibt es Neues? Das Buch ist geschrieben und wird am 21. Oktober erscheinen – es heisst “Local Superfoods” und ist hier schon vorbestellbar. Die Sommerausgabe von Noveaux liegt seit kurzem in den Läden und auch dieses Mal sind zahlreiche Artikel von mir über Mode und Kosmetik enthalten. Und natürlich bin ich nach wie vor einmal die Woche bei Les Mads zum Thema Eco Fashion zu finden und im re:Blog habe ich kürzlich über meine Zeit im Schweigekloster geschrieben.

Gerade bringe ich mein eigenes Business auf den Weg und der Relaunch dieser Seite spielt dabei eine große Rolle. Viele Jahre lang habe ich als Kommunikationsberaterin und Social Media Managerin gearbeitet und wurde in der Zeit immer wieder für eine Zusammenarbeit angefragt. Oft war das aus zeitlichen Gründen nicht möglich, manchmal scheiterte es am Budget. Deshalb habe ich nun ein Angebot erstellt: Social Media Coaching, in dem ich zum letzten Mal all mein Wissen und meine Erfahrung teile. Hier gibt es alle Infos rund um das Angebot.

28.01. 2015

Update: Auszeit und Neustart

“Willst du gelten, mach dich selten” ist eine Weisheit, die in vielen Lebenslagen nützlich ist. Nicht aber, wenn es um ein Blog geht. Immer wieder hatte ich einen Relaunch der Seite angekündigt, doch nie umgesetzt, und in den letzten beiden Jahren immer weniger Artikel veröffentlicht.

Ein ganz kleines bisschen möchte ich nun doch mal dazu schreiben, auch wenn ich hier normalerweise nicht allzu privat werde. Die Zeit, die hinter mir liegt, war herausfordernd und nicht immer einfach. 2013 war ich vor allem damit beschäftigt, krank zu sein und im letzten Jahr stand gesund werden im Vordergrund. Über das schöne vegane Leben zu schreiben, wenn das eigene Leben alles andere als schön ist – fand ich schwierig.

2014 hat mich das Thema Bloggen beschäftigt und ich habe zahlreiche Workshops, Veranstaltungen und Konferenzen besucht, bei denen es um digitales Publizieren ging. Mein Freundeskreis war amüsiert über mein straff organisiertes Fortbildungsprogramm, ich dagegen war wild entschlossen, soviel wie möglich zu lernen. Fast wissenschaftlich bin ich das Projekt angegangen und die Frage, wie die Zukunft des Bloggens aussieht hat mich monatelang gefesselt. Was allerdings auch bei dieser Fülle an Inspiration ausblieb: die Lust am Schreiben.

Mit der Arbeit als Social Media Managerin für eine Tierrechtsorganisation verlor zudem Veganismus für mich an Leichtigkeit. Das Thema hat einen ernsten Hintergrund, das war mir natürlich nicht neu, und genau deshalb war meine Herangehensweise immer geprägt von den schönen Seiten dieser Lebensweise. Mir war zwar bewusster denn je, warum ich vegan lebe, aber darüber sprechen oder schreiben wollte ich nicht (mehr).

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde ich für Superwork über Arbeit und Berufsleben interviewt. Das war ein Gespräch, an das ich danach sehr oft gedacht habe. Irgendwann hat es bei mir Klick gemacht: es geht überhaupt nicht darum, wie die Zukunft von Blogs aussieht. Es geht vielmehr darum, wie ich leben und arbeiten möchte. Und plötzlich machte alles Sinn: die vielen Puzzleteile in Form von Gesprächen und Vorträgen, die ich im Lauf des Jahres geführt und gehört habe. Daraus entstand ein neues Bild und da war sie wieder: die Lust, etwas Eigenes zu schaffen und zu schreiben.

Noch etwas stand am Ende des Jahres erneut fest: Festanstellung, sei sie noch so thematisch passend und mit tollen Kollegen, ist wirklich nichts für mich. Den letzten Arbeitstag oder vielmehr die Rückkehr in ein Berufsleben, das mich glücklich macht, habe ich mit Champagner begossen, danach bin ich für ein paar Tage ins Schweigekloster. Balance, baby!

Derzeit passiert auf dieser Seite immer noch nichts und ich bin vor allem „außerhalb“ zu finden: einmal die Woche bei Les Mads zu Eco Fashion (natürlich ist dort auch immer alles vegan), auf der Nachhaltigkeitsseite re:BLOG und als Redakteurin für Mode und Kosmetik für die neue vegane Modezeitschrift Noveaux, die im März zum ersten Mal erschien. Mein zweites Buch “Local Superfoods” habe ich auch geschrieben, es erscheint im Oktober.

Auch wenn ich inzwischen sparsamer mit Ankündigungen geworden bin: es gibt einen Relaunch dieser Seite und mein Leben stelle ich auch noch mal gründlich auf den Kopf. Bisher steht zum Zeitpunkt aber nur eins fest: nach der Abgabe des Buchmanuskripts Anfang März startet die Planung. Alles anders und dennoch weiterhin mit den drei Themen Mode, Kosmetik und Gastronomie.

23.01. 2015

Dokumentation Sweatshop: Mode auf Kosten von anderen

Die Fashion Week in Berlin liegt nur ein paar Tage hinter uns und ist immer eine gute Gelegenheit, tief in die Welt der Mode einzutauchen. Schon immer besuche ich bei Messen und den Schauen nur solche Labels, die sich mit nachhaltiger Mode beschäftigen. Dennoch hat mich eine Dokumentation über die Textilindustrie diese Woche sehr nachdenklich hinterlassen. Eigentlich wissen wir alle, was hinter verschlossenen Türen passiert. Egal, ob das die Tore von Schlachthäusern sind oder die von Textilfabriken. Ebenso wie ich eine tierfreundliche, sprich zu Tieren freundliche, Lebensweise befürworte (und selbst lebe), so wichtig finde ich eine zu Menschen freundliche Lebensweise. Dazu gehört ganz klar: menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen. Ebenso wie Tiere für Leder, Pelz, Daunen, Seide und Wolle leiden und ausgebeutet werden, so sind Menschen für Mode und Bekleidung oft ihr Leben lang Bedingungen ausgesetzt, die wir uns hier kaum vorstellen können. So ging es auch den drei Protagonisten in einer norwegischen Dokumentation.

Anniken, Frida und Ludvig sind zwischen 17 und 20 Jahre alt und lieben Mode. Anniken schreibt einen der meist gelesenen Fashion Blogs Norwegens. Frida legt Wert auf einen individuellen Kleidungsstil und kauft deshalb gerne Vintage. Der Student Ludvig hat sich bisher nicht viele Gedanken über seinen Konsum von Klamotten gemacht und hat auch einiges im Schrank, das er noch nie getragen hat. Alle drei werden nach Kambodscha geschickt, um dort das Leben der Arbeiter kennenzulernen, die ihre Bekleidung nähen. Was sie dort erleben, ist in der Dokumentation „Sweatshop“ der norwegischen Zeitung Aftenposten zu sehen.

Die erste Nacht verbringen sie im Haus der jungen Näherin Sokty. Sie wohnt in beengten Verhältnissen („Unser Badezimmer ist größer als ihre Wohnung“). Alle schlafen auf dem harten Boden oder besser: sie schlafen nicht. Um 6 Uhr geht es zur Arbeit in die Textilfabrik. Immer wieder sagt Anniken über die schlechten Arbeits – und Lebensumstände der Textilarbeiter: „Sie sind es ja nicht anders gewohnt.“

Schon nach wenigen Stunden an der Nähmaschine machen sich Hunger, Müdigkeit und Verzweiflung breit – nähen sie doch Stunde um Stunde immer wieder die gleiche Naht. Auch Druck bekommen sie zu spüren, denn wenn sie nicht sorgfältig oder schnell genug arbeiten, kann der Näher, der das Kleidungsstück nach ihnen bearbeitet, nicht richtig weiter arbeiten und wertvolle Zeit geht verloren. „Ein Teufelskreis“, wie Frida schnell erkennt. Am Ende ihres Arbeitstages haben sie je drei Dollar verdient.

Sokty verdient ebenfalls drei Dollar am Tag, monatlich etwa 130 Dollar. Gearbeitet wird in der Textilfabrik sieben Tage die Woche. Jeden Tag zwischen zehn und zwölf Stunden, sonntags nur acht. 50 Dollar gibt sie für ihre Wohnung und Strom aus, der Rest reicht mehr schlecht als recht für Lebensmittel. Nicht genug Geld für Nahrung – Hunger ist für alle Textilarbeiter ein großes Problem, deshalb fordern sie einen Mindestlohn von monatlich 160 Dollar. Dafür gehen sie auf die Straße und protestieren – Forderungen, für die sie geschlagen und misshandelt werden.

Das Fazit von Ludvig ist schnell klar: „Das ist unfair.“ Auch Anniken revidiert ihre Meinung und sieht ein, dass das Leben der Näher nicht unbedingt gut ist, nur weil diese es nicht anders kennen. Von nun an will sie andere über die Herkunft von Bekleidung aufklären. (Leider zeigen die aktuellen Artikel auf ihrem Blog etwas anderes: Fashion Fashion ohne Ende).

Alle fünf Teile der einstündigen Dokumentation sind hier zu sehen.

Bild via Armedangels