26.08. 2015

Ready, set, go!

Am 13. August wurde dieses Blog fünf Jahre alt. Wie jedes Jahr war das Datum in meinem Kalender markiert – nur war an vergangenen Blog-Geburtstagen meine Energie und Aufmerksamkeit ganz woanders. Diese Seite wurde immer mehr zu einer verblassenden Erinnerung an das, was ich im August 2010 begonnen hatte. Nur an eines habe ich nie vergessen: das Feuer, das ich damals in mir spürte und gar nicht anders konnte als über das schöne vegane Leben zu schreiben. Was vor fünf Jahren für die ein oder andere hochgezogene Augenbrauen sorgte. Heute gar nicht mehr vorstellbar, aber damals war Veganismus sehr, sehr weit davon entfernt, Trendthema zu sein.

Warum ich das schreibe? Weil wir oft nur das fertige Produkt zu sehen bekommen, aber der Blick hinter die Kulissen meist der viel spannendere ist. Dem Blog-Launch gingen damals viele aufgeregte, nervöse und vor allem freudige Wochen voraus. Und auch meine erste Business-Lektion habe ich gelernt: die ersten Entwürfe vom Design für die Seite haben bei mir keine Begeisterungsstürme ausgelöst, aber ich habe mein Bauchgefühl ignoriert und viel zu spät was dazu gesagt. Am Ende habe ich viel Geld für schon getane Arbeit bezahlt und eine neue Designerin gesucht.

Zurück zum Feuer. Das brannte an anderen Stellen. Es passierten Dinge, die ich mir früher erträumt hatte: es kamen Schreibaufträge. Zuerst für eine Gastrozeitschrift, dann für Online Magazine. Es gab Buchangebote, die nicht zustande kamen. Und noch mehr gelernte Lektionen und wieder die Einsicht: das Bauchgefühl hat immer recht. Als ich vor ein paar Monaten einen Schritt zurück gegangen bin und einen Blick von außen auf all meine Arbeit geworfen habe, wurde mir klar: ich habe ich den letzten fünf Jahren ganz schön viel getan. Sich selbst wertzuschätzen geht im Alltag leider oft verloren und bisweilen braucht es die Erinnerung von Freunden oder Familie daran, was man eigentlich den ganzen Tag macht.

In den letzten Monaten und Wochen habe ich mich besser kennengelernt und viel Zeit mit mir verbracht. Ein Luxus, das ist mir bewusst – aber auch eine Notwendigkeit, schliesslich verbringen wir unser ganzes Leben mit uns selbst. Damit kam bei mir auch das Feuer zurück – schon so lange liegen die Pläne für ein neues, schöneres und besseres Veggie Love in der Schublade, mir fehlte aber immer dieses Gefühl, das ich ganz am Anfang und beim Start der Seite hatte. Ausserdem war es so schlecht dann ja auch nicht, für andere Medien zu schreiben oder an Büchern zu arbeiten (was ich natürlich auch weiterhin machen werde).

Da die Ankündigung vom Relaunch schon wie eine hängen gebliebene Schallplatte klingt, sage ich dazu lieber nichts. Bis es aber (bald) soweit ist, will ich hier wieder ab und an Artikel schreiben. Auch wenn ich es natürlich besser weiß und die Seite so veraltet ist (und nicht mehr aktualisiert werden kann), dass sie mobil nicht gut lesbar ist und Kommentare leider nicht sichtbar (oder von mir lesbar) sind.

“Current best thinking” und vielleicht unprofessionell, aber wie eingangs beschrieben: der Blick hinter die Kulissen ist immer der spannendere und statt weiter still und heimlich vor mich hin zu arbeiten, möchte ich lieber über den Weg zum neuen Blog oder vielmehr auch über den Weg zum Berufsleben meiner Träume schreiben. Damit wird das Blog vielleicht bisweilen zum ersten Mal ein wenig Tagebuch, am Ende kommt aber ein neues Online Magazin raus. Cool?

Und nicht zuletzt noch eine weitere Einsicht der letzten Monate: die Arbeit mit anderen und Unterstützung von außen macht alles so viel einfacher, besser und schöner. Eine ganz besonders große (oder besser: riesige) Bereicherung für mich war ein Coaching mit Ashley Paquin. Dabei ist die Bezeichnung Coaching pure Untertreibung und ihre eigene Beschreibung trifft es perfekt: “Women.Becoming. Become the women you want in life, love and business.”

Ashley arbeitet weltweit mit zahlreichen Frauen, die alle die tollsten Dinge tun, ihre wildesten Pläne umsetzen und sich dabei auch gegenseitig unterstützen. Eine dieser Frauen ist Aleks aus der Schweiz, die in ihrem Artikel ihre Erfahrung aufgeschrieben hat (die meiner sehr, sehr ähnlich ist). Und weil ich nie und nimmer irgendwas erwähnen oder empfehlen würde, das ich nicht selbst für superdupertoll halte, hier eine Einladung: am Montag, 31. August um 19 Uhr hält Ashley einen Virtual Retreat, in dem sie 75 Minuten lang drei ihrer wichtigsten Werkzeuge vorstellt. Der Preis dafür ist unschlagbar, die Einwahl funktioniert online und es wird mit Sicherheit eine Wisdom Party.

So oder so: auf bald!

25.08. 2015

Menschen für Menschen

Eigentlich schreibe ich gerade auf diesem Blog gar nicht. Eigentlich ist die To-Do-Liste sowieso schon viel zu lang. Eigentlich wollte ich mich nie öffentlich aufregen, sondern immer mit Leichtigkeit und Freude über schwere Themen schreiben. Aber heute geht es nicht wie bisher um Veganismus, sondern um Menschen und das, was derzeit verstärkt und schon lange genau vor unserer Haustür passiert: die Ankunft von Flüchtlingen. Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und hier bei uns Schutz und Hilfe suchen.

Dass die nicht zum Spaß und ohne Grund hierher kommen, sollte inzwischen jeder verstanden haben. Erschreckenderweise ist das aber nicht der Fall. Aufmärsche gegen Flüchtlinge, blanker Hass und Zerstörung sind an der Tagesordnung. Dem gegenüber stehen die Fassungslosigkeit und immer mehr Menschen, die sich einsetzen, helfen und deren Stimme immer lauter wird.

Heute Morgen wurde ich auf die Aktion “Blogger für Flüchtlinge” aufmerksam, die von Paul HuizingKarla PaulNico Lumma und Stevan Paul ins Leben gerufen wurde. Ich lese all die Tweets zu #bloggerfuerfluechtlinge und bin sehr berührt. Ganz besonders von der Geschichte von Mareice Kaiser.

Blogger für Flüchtlinge und Menschen für Menschen: Spendet, bloggt und hashtaggt – jeder Euro und jede Stimme hilft und wirkt. Ist doch ganz einfach und sollte jeder in der Grundschule der Nächstenliebe gelernt haben: Menschen helfen anderen Menschen.

Und weil so viele etwas tun möchten, aber nicht genau wissen, wie und was, hier einige Links:

“So könnt ihr Flüchtlingen helfen” bei Edition F

“10 ways to help refugees in Berlin” bei Finding Berlin

“Flüchtlingen helfen” bei Neues Deutschland

Wie kann ich helfen – Sammlung von Initiativen und Hilfsprojekten für Flüchtlinge in Deutschland

Helfen in Berlin

Gerade lese ich einen Artikel über die Bloggerin Madeleine Alizadeh von DariaDaria. Madeleine hat eine beachtliche Reichweite und nutzt diese schon seit geraumer Zeit, um auf die schlimmen Zustände im österreichischen Traiskirchen aufmerksam zu machen. Sie packt an, macht einfach und bewegt damit zahlreiche andere, ebenfalls aktiv zu werden. Aber auch Kritiker gibt es, die infrage stellen, ob eine Modebloggerin wirklich über Flüchtlinge schreiben darf. Echt ernsthaft jetzt?! Mir fehlen einmal mehr die Worte.

28.01. 2015

Update: Auszeit und Neustart

“Willst du gelten, mach dich selten” ist eine Weisheit, die in vielen Lebenslagen nützlich ist. Nicht aber, wenn es um ein Blog geht. Immer wieder hatte ich einen Relaunch der Seite angekündigt, doch nie umgesetzt, und in den letzten beiden Jahren immer weniger Artikel veröffentlicht.

Ein ganz kleines bisschen möchte ich nun doch mal dazu schreiben, auch wenn ich hier normalerweise nicht allzu privat werde. Die Zeit, die hinter mir liegt, war herausfordernd und nicht immer einfach. 2013 war ich vor allem damit beschäftigt, krank zu sein und im letzten Jahr stand gesund werden im Vordergrund. Über das schöne vegane Leben zu schreiben, wenn das eigene Leben alles andere als schön ist – fand ich schwierig.

2014 hat mich das Thema Bloggen beschäftigt und ich habe zahlreiche Workshops, Veranstaltungen und Konferenzen besucht, bei denen es um digitales Publizieren ging. Mein Freundeskreis war amüsiert über mein straff organisiertes Fortbildungsprogramm, ich dagegen war wild entschlossen, soviel wie möglich zu lernen. Fast wissenschaftlich bin ich das Projekt angegangen und die Frage, wie die Zukunft des Bloggens aussieht hat mich monatelang gefesselt. Was allerdings auch bei dieser Fülle an Inspiration ausblieb: die Lust am Schreiben.

Mit der Arbeit als Social Media Managerin für eine Tierrechtsorganisation verlor zudem Veganismus für mich an Leichtigkeit. Das Thema hat einen ernsten Hintergrund, das war mir natürlich nicht neu, und genau deshalb war meine Herangehensweise immer geprägt von den schönen Seiten dieser Lebensweise. Mir war zwar bewusster denn je, warum ich vegan lebe, aber darüber sprechen oder schreiben wollte ich nicht (mehr).

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde ich für Superwork über Arbeit und Berufsleben interviewt. Das war ein Gespräch, an das ich danach sehr oft gedacht habe. Irgendwann hat es bei mir Klick gemacht: es geht überhaupt nicht darum, wie die Zukunft von Blogs aussieht. Es geht vielmehr darum, wie ich leben und arbeiten möchte. Und plötzlich machte alles Sinn: die vielen Puzzleteile in Form von Gesprächen und Vorträgen, die ich im Lauf des Jahres geführt und gehört habe. Daraus entstand ein neues Bild und da war sie wieder: die Lust, etwas Eigenes zu schaffen und zu schreiben.

Noch etwas stand am Ende des Jahres erneut fest: Festanstellung, sei sie noch so thematisch passend und mit tollen Kollegen, ist wirklich nichts für mich. Den letzten Arbeitstag oder vielmehr die Rückkehr in ein Berufsleben, das mich glücklich macht, habe ich mit Champagner begossen, danach bin ich für ein paar Tage ins Schweigekloster. Balance, baby!

Derzeit passiert auf dieser Seite immer noch nichts und ich bin vor allem „außerhalb“ zu finden: einmal die Woche bei Les Mads zu Eco Fashion (natürlich ist dort auch immer alles vegan), auf der Nachhaltigkeitsseite re:BLOG und als Redakteurin für Mode und Kosmetik für die neue vegane Modezeitschrift Noveaux, die im März zum ersten Mal erschien. Mein zweites Buch “Local Superfoods” habe ich auch geschrieben, es erscheint im Oktober.

Auch wenn ich inzwischen sparsamer mit Ankündigungen geworden bin: es gibt einen Relaunch dieser Seite und mein Leben stelle ich auch noch mal gründlich auf den Kopf. Bisher steht zum Zeitpunkt aber nur eins fest: nach der Abgabe des Buchmanuskripts Anfang März startet die Planung. Alles anders und dennoch weiterhin mit den drei Themen Mode, Kosmetik und Gastronomie.