40 Jahre i+m Naturkosmetik: 10 Fakten über die vegane Marke aus Berlin

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In Zusammenarbeit mit i+m Naturkosmetik entstanden. #werbung

Es gibt Naturkosmetikmarken, die begleiten mich schon sehr lange. i+m aus Berlin gehört definitiv dazu und ich freue mich sehr, dass die Marke in diesem Jahr nun schon ihren 40. Geburtstag feiert.

Eigentlich habe ich es meiner Mutter zu verdanken, dass ich i+m schon vor vielen Jahren kennengelernt habe. Über 15 Jahre muss das inzwischen her sein. Damals eröffnete in Konstanz ein neuer Naturkosmetikladen, der die Berliner Marke auch im tiefen Süden führte. Offenbar damals eine Rarität. Aber zurück zu meiner Mutter. Sie kaufte sich eine Körpercreme, die ganz fantastisch nach Orange mit Vanille duftete. Ich war so angetan, dass ich sie kurzerhand entführte und seitdem hat die Marke immer einen festen Platz in meinem Badezimmer.

Bei i+m Naturkosmetik ist seitdem viel passiert: die Verpackungen wurden überarbeitet, das Sortiment verändert (die Lotion von früher gibt es leider nicht mehr) sowie erweitert (dafür so viele tolle neue Produkte). Auch die Gründerin Inge Stamm hat sich inzwischen aus dem Unternehmen zurückgezogen und die Firmenleitung an ihre beiden Nachfolger übergeben.

1. Die Gründungsgeschichte von i+m Naturkosmetik

Bei ihrer Arbeit als Hebamme stellte Inge Stamm fest, dass die empfindliche Haut von Babys mit Reizungen auf herkömmliche Pflegeprodukte reagierte. Dank ihrer drei Ausbildungen als Drogistin, Hebamme und Naturheilkundlerin hatte sie das notwendige Wissen und die Erfahrung, eine Alternative aus natürlichen und pflanzlichen Rohstoffen zu entwickeln. Denn sie war überzeugt, dass möglichst naturbelassene Wirkstoffkombinationen für die Haut am verträglichsten sind.

Die von Inge Stamm entwickelten Pflegecremes kamen sehr gut an und die Nachfrage stieg, so entstand die Idee für den Aufbau eines eigenen Unternehmens. Gemeinsam mit ihrer Freundin Monika Berg gründete sie 1978 in Kreuzberg das aus ihren Initialen zusammen gesetzte i+m. Zu Beginn arbeitete Inge Stamm weiterhin nachts als Hebamme, schlief am Morgen einige Stunden auf einem Feldbett in der Manufaktur und leitete anschließend die Produktion bis zur ihrer nächsten Hebammenschicht.

Bis 1988 blieb Monika Berg in der gemeinsam gegründeten Firma, danach führte Inge Stamm die i+m Manufaktur allein weiter.

2. Die Neuausrichtung

Unterstützung für die Fortführung von i+m holte sich Inge Stamm 2007 an Bord. Die beiden Juristen und Freunde Jörg von Kruse und Bernhard von Glasenapp blicken auf viele Jahre Erfahrung in der Unternehmensberatung und in Wirtschaftsrecht zurück, hatten allerdings wachsende Zweifel am konventionellen Wirtschaftsmodell. Mit Inge Stamm hatten sie zudem den Wunsch gemeinsam, Ökologie und Nachhaltigkeit stärker zu leben und ins eigene Tun und Unternehmen zu integrieren – so brachten sie Ökologie, Design sowie Veganismus zu einem stimmigen Unternehmenskonzept für i+m zusammen.

3. Die Unternehmensleitung

Nach sechs gemeinsamen Jahren in der Unternehmensleitung und Produktentwicklung verabschiedete sich Inge Stamm Ende 2013 in den Ruhestand. Die Öko-Aktivisten Jörg von Kruse und Bernhard von Glasenapp sind nun die alleinigen Inhaber und Geschäftsführer von i+m und orientieren das Unternehmenskonzept noch stärker an der Gemeinwohlökonomie: “Die Vision einer nachhaltigen Ökonomie, die unsere Umwelt und natürlichen Lebensgrundlagen erhält, kann nur gelingen, wenn wir neben einem Ressourcen schonenden Umgang mit der Natur auch die Strukturen unseres Wirtschaftens verändern: weg von Egoismus und Konkurrenz, hin zu einem fairen, auf das Wohl aller Menschen ausgerichteten Miteinander.“, so Jörg von Kruse. Auch der neue Leitsatz „Fair Organic Vegan“ entsteht.

Wie in der Vergangenheit soll i+m auch in der Zukunft immer ein inhabergeführtes Unternehmen bleiben. „Idealismus vor Profit“ war schon die Philosophie von Inge Stamm und wird von den beiden aktuellen Geschäftsführern ebenso gelebt. Zudem ist i+m komplett eigenfinanziert (durch die Gewinne) und arbeitet (schon immer) ohne Bankkredite oder Investoren. So ist (und bleibt) das Unternehmen unabhängig und wächst (langsam) organisch.

Schön zu wissen: das ganze Team ist sehr in das Unternehmen involviert, spricht bei Entscheidungen mit und bringt sich in die Produkt- und Markenentwicklung ein.

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4. Die Inhaltsstoffe

Bei der Gründung von i+m war „bio“ noch kein etablierter Begriff, vielmehr war ein ökologisch und nachhaltiger Lebensstil damals die Ausnahme. Deshalb war die Suche nach naturbelassenen und ökologisch angebauten Rohstoffen für Inge Stamm in den Anfängen eine große Herausforderung.

Sie war ihrer Zeit mit dem Vorsatz weit voraus, nur tierversuchsfreie Rohstoffe zu verwenden und vollständig auf künstliche Konservierungsstoffe zu verzichten. Im Jahr 2000 entschied sie zudem, kein Bienenwachs sowie keinen Bienenhonig mehr zu verwenden und damit war i+m auch eine der ersten rein veganen Naturkosmetikmarken, die auf die Wirkung und Wirksamkeit von Pflanzen setzte.

5. Die Verpackung

Wenn ich über i+m spreche, höre ich ganz oft: „Das sind doch die mit den bunten Verpackungen.“ Das ist vollkommen richtig. Was viele allerdings nicht wissen: diese Verpackungen sind vom Cradle-to-Cradle-Prinzip inspiriert.

Schon Inge Stamm verzichtete aus ökologischen Gründen auf unnötige Umverpackungen wie Kartons (und war auch damit der Zeit voraus). Als Jörg von Kruse und Bernhard von Glasenapp ins Unternehmen kamen, wurden die Verpackungen noch nachhaltiger gestaltet: die Flaschen und Spender bestehen aus reinem und ungefärbtem Polypropylen (PP).

Hier kommt nun das von Dr. Braungart entwickelte Cradle-to-Cradle-Prinzip zum Tragen: Die Grundidee ist, Ressourcen zu verwenden, die im Recycling-Kreislauf dauerhaft erhalten werden können. Deshalb fiel die Wahl bei i+m auf sortenreinen Kunststoff, dessen Qualitätsverlust während des Wertstoffkreislaufs (im Vergleich zu anderen Kunststoffen) sehr gering ist und der auch mehrere Male recycelt werden kann. Weitere Vorteile: es ist sehr leicht (senkt den CO2-Verbrauch beim Transport) und resistent gegenüber den in den Produkten enthaltenen ätherischen Ölen (die andere Verpackungen verformen können).

Langfristig möchte i+m Verpackungen ohne Erdöl einsetzen, in diesem Artikel setzt sich das Unternehmen offen und ehrlich mit dieser Thematik auseinander.

6. Die Produkte

Gesichts- und Körperpflege (inklusive Hände und Füße), Shampoos und Deos umfasst das Sortiment der Berliner Marke. Mit dabei sind Produkte für sensible Haut (ohne ätherische Öle), (sehr) reichhaltige Pflege und eine Serie speziell für Männerhaut.

Verwendet werden nur naturbelassene und kaltgepresste Öle aus biologischem Anbau, die während des Herstellungsprozesses weder erhitzt noch chemisch (im Bezug auf Duft und Farbe) neutralisiert werden. Das ist auch in der Naturkosmetik eine Besonderheit.

Die Produkte werden in Deutschland entwickelt und produziert. Sie sind frei von tierischen Inhaltsstoffen, Parabenen, (ethoxylierten) Tensiden, Silikonen, Paraffinen, Phtalaten, Konservierungsstoffen, Mikroplastik, genmanipulierten Inhaltsstoffen, Aluminiumsalzen und Tierversuche werden selbstverständlich auch nicht durchgeführt.

Zertifiziert sind die Produkte nach dem Cosmos Organic Standard und tragen die Siegel der Vegan Society sowie von Cruelty Free International.

In Berlin ist i+m ein „Local Hero“ und in zahlreichen Bioläden sowie Biosupermärkten und Naturkosmetikgeschäften zu finden. Natürlich gibt es die Produkte auch über die Stadtgrenze hinaus, zum Beispiel in ausgewählten dm-Filialen und ebenfalls an Orten, an denen es Naturkosmetik oder Biolebensmittel zu kaufen gibt.

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7. Hommage an Inge Stamm

Die inzwischen 70jährige Grande Dame der Naturkosmetik ist eine Bio-Pionierin und war ihrer Zeit in vielem voraus. Ihr Leitsatz „Change the world with beauty“ ist seit der Gründung 1978 maßgeblich für das Unternehmen, denn Schönheit hat verschiedene Gesichter und jede Haut ihre individuellen Bedürfnisse. Von der Kosmetikindustrie vorgegebene und stereotype Schönheitsideale lehnte die Frauenrechtlerin, die sich für Gleichberechtigung einsetzte, ab und so glaubt i+m auch heute nicht an rigide Kosmetikkonzepte. Vielmehr traut die Naturkosmetikmarke ihren Kundinnen und Kunden genug Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper und dessen Bedürfnissen zu. Zu verdanken ist das Inge Stamm und ihrer Einstellung: „Probiere aus und entscheide selbst, was dir gut tut. Denn du bist die beste Expertin deines Körpers.“

Um die Unternehmensgründerin und eine der erfahrensten Entwicklerinnen der deutschen Naturkosmetik zu ehren, entwickelte i+m vor zwei Jahren die Körperpflegelinie Madame Inge, die derzeit aus einem Body Mousse (das Herzstück der Serie) und einem Deo besteht. Die sahnige Körpercreme ist reichhaltig und dem pudrid-blumigen Duft (mit Lilien, Maiglöckchen und Jasmin sowie Bergamotte und Iris) bin ich total verfallen.

8. i+m Naturkosmetik in Hotels

Es kann definitiv passieren, das einem die Naturkosmetikprodukte aus Berlin im Badezimmer eines Hotels begegnen. Derzeit stattet i+m über 20 Häuser in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich aus.

9. Die Fair Editions

i+m ist eine der Kosmetikmarken mit dem höchsten Anteil an Fairtrade-Rohstoffen und arbeitet dabei derzeit mit elf Projekten zusammen.

Zudem gibt es regelmäßig Fair Editions über die i+m selbst sagt, dass sie als Weltverbesserungsmaßnahme dienen. Diese limitierten Sondereditionen werden nur dafür entwickelt, produziert und verkauft, damit mit den daraus erzielten Gewinnen kleine und noch im Aufbau befindliche Projekte mit öko-fairem Anspruch unterstützt werden können.

Darüber hinaus fließen immer 20 bis 40 Prozent der Gewinne des Unternehmens in gemeinnützige öko-soziale Projekte.

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10. Das Frauenhaus

In der Stadt Kabwe in Sambia eröffnete i+m 2014 das erste Frauenhaus des Landes und setzt damit ein Zeichen für das Recht auf Selbstbestimmung in einer Gesellschaft, in dem Frauenrechte immer noch missachtet werden. Mit der dafür gegründeten „Frauenhäuser für Afrika e. V.“ engagiert sich i+m gegen häusliche Gewalt gegenüber Frauen und möchte die Frauenhaus-Bewegung in Sambia und ganz Afrika voranbringen.

Pro Jahr finden im Frauenhaus etwa 100 Frauen mit ihren Kindern Zuflucht. Seit 2015 gibt es einen Obst- und Gemüsegarten, mit dem sich die Frauen selbst versorgen und sich rund um Gartenbau sowie Nahrungsmittelerzeugung weiterbilden können.

20 Prozent der Gewinne von i+m fließen in dieses soziale Projekt. Die aktuelle Fair Edition Sambia, eine Hand und Bodylotion mit kaltgepresstem Bio-Arganöl, dient zu 100 Prozent der Unterstützung des Frauenhauses.

Wenn ich nicht ohnehin schon glühender Fan der Marke und der tollen Produkte gewesen wäre, spätestens nach dieser langen Liste wäre ich ziemlich verknallt in i+m Naturkosmetik.

Apropos verknallt: dürfte ich mich für nur für ein Lieblingsprodukt entscheiden, wäre das sicherlich wieder eine Körpercreme und zwar die Madame Inge – nicht nur weil das Body Mousse grandios ist, ein wenig channele ich damit auch jeden Morgen beim Cremen den Pioniergeist (und die Badassness) von Inge Stamm.

Fun Fact: Während ich an einem Donnerstagabend die letzten Zeilen dieses Artikels tippe und zwischendurch einen Blick auf das Instagram-Account von i+m Naturkosmetik werfe, bin ich per Story fast live dabei, wie das Team gemeinsam mit Inge Stamm auf die vierzigjährige Geschichte der Marke anstößt. Herzlichen Glückwunsch und auf mindestens weitere 40 Jahre!

 

Fotos: Ines Njers für Veggie Love

Kategorie Beauty, Werbung
Autor

Ich bin Franziska und liebe schöne Dinge. Dazu gehören für mich unbedingt Mode sowie Kosmetik und auch gutes Essen in coolen Restaurants. Aber schön soll es nicht nur für mich sein, sondern auch für andere. Nämlich die Umwelt, Tiere und Menschen. Deshalb: vegan, eco und fair.

6 Kommentare

  1. Die Madame Inge Bodycreme ist wirklich der Hammer. Habe sie letztes Jahr meiner Mama und meiner Schwiegermutter zu Weihnachten geschenkt, weil ich sie so toll finde und der hochwertige Glastiegel auch echt was her macht.

    LG Michaela

  2. Wenn das mit den Fair Editions so stimmt, ist das nichts womit man sich rühmen sollte. So wie beschrieben werden also Fair Trade Kooperativen aufgebaut für ein Projekt und dann? Edition läuft aus, Kooperative steht da.

    Zudem hat i + m weder eine Fairtrade, noch eine fair for life Zertifizierung. Beide etabliert.
    Deswegen wäre ich mit der Aussage, dass i + m den höchsten Fair Trade-Anteil hat sehr vorsichtig. Da gibt es Marken wie Dr Bronner’s oder Fair Squared, die da sicher konsequenter arbeiten.

    • Liebe Caroline – da liegt ein Missverständnis mit den Fair Editions vor. Die Fair Editions (also die Produkte) gibt es zeitlich begrenzt und deren Erlöse kommen immer einem anderem Zweck zugute. Aktuell gibt es eine Fair Edition für das Frauenhaus in Sambia sowie eine für die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland. Die langjährige Zusammenarbeit mit elf Projekten bestand und besteht auch über die Fair Editions hinaus – so endet natürlich nicht das Engagement rund um das Frauenhaus, wenn eine neue Fair Edition erscheint. Was eine Zertifizierung zum fairen Handel angeht, hat i+m in den FAQs eine Antwort parat: https://www.iplusm.berlin/faq/ Viele Grüße!

  3. Pingback: 40 Jahre i+m Naturkosmetik: 10 Fakten über die vegane Marke aus Berlin - Veggie Love • Nachhaltige Marken

  4. Wow, diese Marke klingt fantastisch und ich habe sie vorher noch nie wahrgenommen! Ich achte sehr darauf, dass meine Kosmetika vegan sind und nur aus natürlichen Produkten bestehen. Das macht die Auswahl sehr gering, wenn man kein Vermögen für Kosmetika jeden Monat zur Verfügung hat. Ich habe deshalb inzwischen weniger Kosmetik und nehme eher Nahrungsergänzungsmittel ein. Das ist günstiger und wirkt auch super. Statt teuren Hydrating-Cremes nehme ich zum Beispiel einfach Hyaluronsäure von vitaminexpress.org/de/hyaluronsaeure ein. Das hält die Haut auch feucht. Ich würde aber gern auch mal wieder eine Pflegeserie haben, die meinen Ansprüchen gerecht wird. Ich werde mich mal bei I+M Naturkosmetik umschauen, die Produkte klingen klasse. Danke dir ganz doll fürs Vorstellen!

  5. Pingback: Aufgeschnappt #33: Neuigkeiten aus der Welt der Naturkosmetik (Advents-Edition 2018) - herbsandflowers.de

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