Der frühe Vogel erntet von Hand: ein Morgen im Weleda Heilpflanzengarten

Ringelblume Weleda Calendula Heilpflanzengarten I Veggie Love

In der Früh um 8 Uhr sitze ich meist in der Küche und trinke Kaffee oder arbeite schon am Schreibtisch. Was ich morgens um 8 Uhr normalerweise nicht mache, ist mit einem leeren Weidenkorb am Rand eines orangeroten Blütenmeers zu stehen und bereit für die Ernte zu sein.

Dennoch stand ich an einem Morgen im Juli am Rand eines Blumenfeldes und staunte nicht schlecht. Das frühe Aufstehen hat sich schon allein für das satte Grün des Gartens und strahlende Orange der Ringelblumen gelohnt. Aber wir (zahlreiche andere Blogger*innen und ich) waren nicht nur zum Schauen (und Fotografieren) auf dem Feld, wir durften bei der Ernte der Calendula auch selbst Hand anlegen. Das Pflücken der Blüten erfolgt nämlich manuell, denn diese Handarbeit führt zu einer besseren Qualität. Ganz traditionelle Qualitätskontrolle also.

Calendula: eine echte Sonnenanbeterin

Die Blüten der Ringelblume können gar nicht genug Licht und Wärme abbekommen – beides nehmen sie intensiv auf und richten sich nach dem Verlauf der Sonne. So kann es an bewölkten Tagen sogar vorkommen, dass sich morgens die Blütenköpfe überhaupt nicht öffnen (I feel you, Calendula). Ihre Kraft liegt genau in diesem Hunger nach Licht, denn mit Hilfe von Sonnenlicht bildet sie ihre kostbaren Wirkstoffe.

Sie blüht von Ende Juni bis in den späten Herbst – ebenfalls ein Zeichen ihrer starken Vitalität. Geerntet wird sie am frühen Morgen und sobald der Tau getrocknet ist, zu diesem Zeitpunkt enthält die Pflanze das Höchstmaß an wertvollen Substanzen. Diese kommen der Haut vor allem während intensiver Entwicklungsphasen zugute und unterstützen ihre natürliche Widerstandskraft. Deshalb ist sie ideal für die Pflege von Babys geeignet, denn sie hilft mit ihren Eigenschaften bei der gesunden Entwicklung der ganz jungen Haut.

Bei Weleda wird die Ringelblume für mehr als 20 Naturkosmetikprodukte (und Arzneimittel) verwendet. Dafür werden die frisch gepflückten Blüten direkt vom Feld und ohne lange Transportwege in die nahe gelegene Produktion gebracht. Dort werden die frischen Pflanzen zu Tinkturen für die Produkte verarbeitet.

Heilpflanzengarten Weleda Calendula Ernte I Veggie Love

Der Heilpflanzengarten von Weleda

Dr. Rudolf Steiner, der Gründer von Weleda und gleichzeitig Begründer der Anthroposophie, beeinflusste das Unternehmen mit seinen Ideen zur biologisch-dynamischen Landwirtschaft nachhaltig. Dank ihm war der Anfang von Weleda auch der Beginn des Gartens, mit dem er den Einklang von Mensch und Natur erlebbar machen wollte. Seit 1959 befindet sich der Heilpflanzengarten auf einer Hochebene der Schwäbischen Alp in der Nähe von Schwäbisch Gmünd. Heute ist er der größte biologisch-dynamisch bewirtschaftete Heilpflanzengarten Europas.

Dort wachsen auf 23 Hektar (das entspricht einer Fläche von rund 32 Fußballfeldern) circa 1.000 Pflanzenarten, davon werden rund 160 kultivierte Arten erntefrisch zu Tinkturen und Extrakten für Arzneimittel und Naturkosmetik weiterverarbeitet. Auch zahlreiche Tiere wie Vögel und Insekten finden in diesem Reichtum an Pflanzen und Blüten den passenden Lebensraum. „Wir verstehen den Garten als lebendigen Organismus“, sagt Michael Straub, der Leiter des Heilpflanzengartens. Pestizide und andere giftige Stoffe kommen nicht zum Einsatz – vielmehr wird im Einklang mit den Rhythmen der Natur gearbeitet und auch die Handarbeit spielt im Umgang mit den Pflanzen eine wichtige Rolle.

Biologisch-dynamisch gepflegte Böden und Pflanzen weisen üblicherweise eine große Biodiversität, Fruchtbarkeit sowie Vitalität auf und sind kaum anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Der Boden des Gartens ist wie die Pflanzen auch ein lebendiges Gesamtwesen. Der Kompost wird mit biologisch-dynamischen Präparaten (aus Schafgarbe, Kamille, Löwenzahn und Eichenrinde) nach Angaben von Rudolf Steiner behandelt und auf den Flächen ausgebracht. So schenken die Pflanzen laut Michael Straub nicht nur Inhaltstoffe, sondern auch Heilkräfte.

Der Umgang mit der Natur im eigenen Heilpflanzengarten gilt bei Weleda als Vorbild für alle in den Produkten eingesetzten Rohstoffe. Der Schutz der Vielfalt in der Natur spielt deshalb auch bei der Rohstoffbeschaffung eine große Rolle.

Heilpflanzengarten Weleda Ringelblume Calendula I Veggie Love

Die Natur – ein wahres Wunder

Bei jedem Besuch bei Weleda und jedem Gespräch über die verwendeten Pflanzen wird mir erneut klar, wie viel Kraft in der Natur steckt und wie viel Wissen über Wirkung und Nutzen für den Menschen Weleda in jedes einzelne Produkt einbringt. Das Calendula Massageöl (so toll gleich morgens nach der Dusche) sehe ich seitdem mit anderen Augen und denke bei der Verwendung immer an das Feld mit den orangenfarbenen Blüten.

Für unseren Ernteeinsatz wurde übrigens extra eine große Fläche mit Ringelblumen stehen gelassen. Obwohl wir zahlreiche große Körbe mit Blüten gefüllt haben, sah man dem Feld die Arbeit unserer ungeübten und wahrscheinlich sehr langsamen Händen nicht an.

 

Die Reise in den Heilpflanzengarten erfolgte im Rahmen meiner langjährigen Kooperation mit Weleda, vielen Dank für die Einladung.

Bilder (mit dem blauen Rand): Valeska Achenbach für Weleda

 

Kategorie Beauty
Autor

Ich bin Franziska und liebe schöne Dinge. Dazu gehören für mich unbedingt Mode sowie Kosmetik und auch gutes Essen in coolen Restaurants. Aber schön soll es nicht nur für mich sein, sondern auch für andere. Nämlich die Umwelt, Tiere und Menschen. Deshalb: vegan, eco und fair.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *