Eco Fashion Week Berlin: Tag 2

Auch der zweite Tag der Berliner Fashion Week hatte es in sich und war prall gefüllt mit Messen, Modeschauen und auch für einen kleinen Abstecher auf eine Party hat es gereicht. Die Highlights des zweiten Tages der Eco Fashion Week sind:

Ethical Fashion Show: Format und Jonny’s Vegan

Nachdem mich am Vorabend die Show von Mareike Ulman’s Label Format so begeisterte, wollte ich unbedingt  auch einen Blick auf die Kollektion aus der Nähe werfen –  bei meinem Besuch auf der Messe am Tag zuvor war diese nämlich bereits backstage im Showfloor Berlin.

Read it here first: die Schuhe von „Jonny’s Vegan“ sind ganz neu am Markt. Die Marke wurde 1608 als Schuhmacherei in Deutschland gegründet, nun findet die Produktion in Spanien statt. Ökologisch nachhaltiges Material und Fertigung spielten bei John W. Shoes schon immer eine große Rolle – eine vegane und zudem ökologische Linie ist damit nur konsequent. Die neuen Modelle entstanden aus der veganen Lebensweise eines Unternehmenssohnes, der sich lieber der Herstellung von veganen als ledernen Schuhen widmen wollte. Sechs Mitarbeiter hat „Jonny’s Vegan“, alle leben tatsächlich auch vegan, gefertigt werden die Schuhe in einer eigenen Produktionsstätte ebenfalls in Spanien und recycelte sowie umweltfreundliche Materialien kommen zum Einsatz. Die Linie umfasst Ballerinas und Slipper. Die passende Herrenkollektion wird voraussichtlich Ende Januar auf der Innatex vorgestellt.

Premium: Des Artistes, L’Herbe Rouge und goodsociety

Kleidungsstücke werden bei Des Artistes zu Leinwänden: zeitgenössische Künstler gestalten T-Shirts und Sweatshirts und wählen einen wohltätigen Zweck, dem ein Teil des Verkaufserlös zugute kommt. Die Kleidungsstücke sind aus biologischer und weicher Supima-Baumwolle und die verwendeten Druckfarben auf Wasserbasis und damit umweltfreundlich. Werke von Ai Weiwei, Patti Smith sowie Edward Mapplethorpe und viele weiteren internationalen Künstlern zierten bereits die limitierten Kleidungsstücke des Münchner Labels.

Aus Frankreich kommt L’Herbe Rouge, eine Plattform von Künstlern und Kreativen, die gemeinsam mit der Gründerin und Designer Arielle Lévy nachhaltige Mode schaffen. Im Vordergrund steht „Fashion“ sowie das Design und die Funktionalität der Kleidungsstücke. So kann ein Pullover mit dem Ausschnitt nach vorne oder hinten getragen werden, ein Schal wird durch eine Knopfleiste kürzer oder länger und ein Poncho lässt sich ebenfalls auf links gedreht tragen. Öko und fair sind alle Kleidungsstücke, viel Bio-Baumwolle & Tencel werden verwendet.Gut zu wissen: seit einiger Zeit sind die Etiketten der Hosen vegan.

„Uns geht es so gut, es ist unsere Aufgabe auch für andere Sorge zu tragen.“, so die Designerin und Geschäftsführerin Sarah Schulze von goodsociety. Die guten Produkte: Denim in Form von Hosen, Jacken und Hemden. In der Kollektion für kommenden Winter auch Kordhosen. Alles selbstverständlich aus biologischen Materialien – die Kollektionen von goodsociety werden in Italien hergestellt. Umweltfreundlich, menschenfreundlich und auch tierfreundlich (keine Lederetiketten). 25 Prozent des Gewinns werden für gemeinnützige Zwecke verwendet, ganz nach dem Motto „Good Cotton. Good Work. Be good. Do good. Good project.“

Seek: Bread & Boxers

Aus Schweden kommt Bread & Boxers: klassisch, reduziert und chic so ist die Unterwäsche und T-Shirts für den Mann. Auch für Damen gibt es eine eigene Linie, diese ist – im Gegensatz zur Herrenkollektion – schon aus Bio-Baumwolle. Die Idee zur Marke entstand aus einer Not: das Gepäck von Alexander Palmgren und Henrik Lindahl ging auf einem Flug verloren und sie wachten morgens ohne frische Unterwäsche im Hotel auf. Warum nicht also eine Unterwäsche-Minibar in Hotelzimmern zur Verfügung stellen? Die Nachfrage nach den Boxershorts, Unterhosen und Socken aus den Hotelzimmern stieg und zufriedene Kunden wollten diese auch fernab von Hotels kaufen. Und auch im Handel fanden sich zufriedene Kunden und nach der Unterwäsche folgten schlichte Unterhemden und T-Shirts für Damen und Herren.

The Gallery: Queen & Princess

Jessica Reyes Rodriguez macht mit Queen & Princess Damenblusen für starke Frauen – als Hommage an diese Frauen tragen die Blusen der neuen Kollektion die Namen bekannter weiblicher Vorbilder. Immer schön zu merken, wie gut Jessica meinen Geschmack kennt, denn sie hielt mir sofort eine schwarze Bluse mit weißem Bubikragen hin. Liebe auf den ersten Blick! Dank biologischem Dynamic Cotton aus der Schweiz, das durch ein spezielles Webverfahren eine gewisse Dehnbarkeit bekommt, sitzt die Bluse angenehm und passt sich den Rundungen des weiblichen Körpers an. (Dynamic Cotton ist damit die gute Schwester der synthetischen Chemiefaser Elasthan).

Lavera Showfloor, GreenLounge und Showfloor Berlin

Direkt von den Messen ging es zum Lavera Showfloor zur Schau von Esther Perbandt. Die Berliner Designern beschloss 2011 mehr Ökologie in ihre Kleidungsstücke zu bringen – dafür arbeitete sie mit der Beratungsagentur für nachhaltige Mode & Lifestyle Beyond Berlin zusammen. Danach blieb noch Zeit für einen kurzen Sprung in die GreenLounge der Messe Innatex,die dieses Mal in neuer Location – im Umspannwerk Kreuzberg – statt fand. Tagesabschluss waren die Schauen von Elementum und Studio Jux auf dem Showfloor Berlin.

Weitere Bilder gibt es hier zu sehen. Eco Fashion Week Tag 1 und 3.

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