Eco Fashion Week: Tag 3

Kommen wir zum letzten Bericht der diesjährigen (Eco) Fashion Week in Berlin – meine Highlights der letzten beiden Modetage habe ich zusammen gefasst:

Bread & Butter: TwoThirds & A Question Of

„Protect what you love“ – nach dieser Philosophie arbeitet die Herrenmarke TwoThirds, die im europäischen Surfparadies San Sebastian an der spanischen Küste gegründet wurde. Zwei Drittel der Erde sind mit Wasser bedeckt und für den Schutz dieser Ozeane setzt sich TwoThirds ein. Das Element Wasser findet sich auch fast auf jedem Kleidungsstück der Kollektion für den kommenden Winter wieder: in Tropfenform auf T-Shirts, Socken oder Taschen, in wellenartigen Absteppungen auf einem Blouson sowie im Blau und Flaschengrün der Jacken, Pullover und T-Shirts. Bio-Baumwolle, die Verwendung von schon vorhandene Materialien sowie die Vermeidung von Plastik (zum Beispiel wird Verpackungsmaterial genutzt, das sich im Wasser auflöst) sind selbstverständlich. Auch wenn die Bekleidung eigentlich für Herren gemacht wird, ist die Marke einer meiner großen Lieblinge und die kleinen Größen sind durchaus auch für Damen tragbar.

Mein zweiter großer Favorit ist A Question Of, die Oberbekleidung wie T-Shirts, Tanktops sowie Sweatshirts aus fair gehandelter Bio-Baumwolle machen und vor einigen Jahren mit dem Aufdruck „Eco Yuppie“ bekannt wurden. Für den kommenden Winter wurde die Kollektion für Damen und Herren um Sweatpants, Bomber Sweats, Pullover, Hemden und Beanies erweitert. In Zusammenarbeit mit der französischen Schuhmarke Faguo entstand eine Capsule Collection mit (veganen) Sneakers. Nie um einen flotten Spruch oder cooles Bild (wie zum Beispiel von Haien, Weltall oder lila Leoprint) verlegen, sind die T-Shirts und Sweatshirts der dänischen Marke auch kommenden Winter wieder ein Hingucker.

GreenShowroom: Cocccon

Vegane Seide aus Sojafasern habe ich bei Cocccon im GreenShowroom im Adlon gesehen. Im vergangenen Jahr wurde Chandra Prakash Jha für diese Produkentwicklung mit dem „The Ethical Fashion Source Award“ belohnt. Das Material fühlt sich wie sehr feines Baumwolljersey an und laut eigener Aussage steht der indische Designer mit diesem Produkt noch ganz am Anfang in Entwicklung und Nachfrage. Gut zu wissen: das Berliner Label Umasan benutzt Sojaseide bereits.

Scoop: Bloee

Noch vor der eigentlichen Eröffnung und noch mitten im Aufbau war die Messe Scoop, auf der ich die Marke Bloee besuchen wollte: vor einigen Wochen waren mir die T-Shirts aus Bio-Baumwolle mit aufgedrucktem Obst und Gemüse aufgefallen. Dank meines Fehlers im Zeitplan war ich leider allein mit den T-Shirts und muss mein geplantes Gespräch mit den Machern von Bloee wohl an anderen Stelle nachholen.

Mercedes Benz Fashion Week: Isabell de Hillerin & Anne Gorke

Die beiden Designerinnen Isabell de Hillerin und Anne Gorke feierten diese Fashion Week ihr Debut im Zelt am Brandenburger Tor. Und auch für mich war es dort der erste Besuch – bis dahin hatte ich die nachhaltige und vegane Mode nur auf den großen sowie explizit grün ausgerichteten Messen und Veranstaltungen besucht. Vor genau einem Jahr habe ich Isabell zusammen mit Notic Nastic für die ModeafFAIRe interviewt und bin seitdem großer Fan (von beiden). Und nicht nur ich: auch die Vogue, Elle und Glamour sind begeistert von der Modemacherin. Der kommende Winter wird bei Isabell de Hillerin vorwiegend schwarz, petrolgrün und blau – Stoffe aus Rumänien und Stickereien aus Moldawien hat die Designerin in ihre feminine und elegante Kollektion „quiet“ integriert. Es war schon immer der Traum der gebürtigen Rumänin, die traditionellen Stickereien und Handwerkskunst aus ihrer Heimat für ihre Arbeit zu verwenden. Dafür musste sie zuerst viele Kilometer auf dem Land zurücklegen bis sie in Rumänien und Moldawien Näherinnen fand, die diese Kunst noch beherrschen. Sie belebt damit nicht nur eine alte Tradition wieder und gibt den Frauen ein festen Einkommen, sie schafft mit ihrer Mode auch eine wunderschöne Verbindung zwischen Tradition und Moderne.

Bei Anne Gorke trifft „High End Eco auf Bauhaus“, so die eigene Beschreibung der Designerin aus Weimar über ihre Mode. Nachhaltige Materialien für die Trägerinnen und die Umwelt, fair in Deutschland hergestellt und die Kollektion für kommenden Winter ist elegant, weiblich und stark.

Showfloor Berlin: Umasan und Notic Nastic

Unter dem Motto „Be the change you want to see in the world“ stand die Show von Umasan, dem „vegan avantgarde high fashion label“ aus Berlin. Für Anja und Sandra Umann ist es ganz natürlich, keine tierlichen Stoffe und dafür innovative Materialien wie Sojaseide, Seacell, Tencel und Bambus zu verwenden. Eine solche Selbstverständlichkeit ist immer noch selten und es ist schön zu sehen, dass Pionierinnen wie die Zwillingsschwestern kontinuierlich ihren Weg gehen und damit bekannter und erfolgreicher werden. „Unser Ziel war es, eine Kollektion zu entwickeln, die schon immer Teil des Trägers gewesen ist, Kleidung die irgendwie vertraut scheint und das eigene Ich beim so sein unterstützt.“, so die Designerinnen. Gewohnt dunkle und gedeckte Farben gab es auf dem Laufsteg zu sehen, fließende Schnitte und Stoffe, deren Tragekomfort kaum zu überbieten ist. Musikalisch untermalt wurde die Show von Gillion von Notic Nastic. Eine perfekte Kombination – nicht nur in Gesinnung und Weltbild, denn auch Notic Nastic wollen mit ihrer Musik Respekt und Achtsamkeit für andere Lebewesen und die Umwelt unter die Menschen bringen. Nicht predigen, keine Dogmen auferlegen, sondern einfach mit gutem Beispiel voran gehen – das tun Umasan und Notic Nastic und sind dabei nicht nur modisch die Veränderung, die sie selbst in der Welt sehen wollen. Zusammenfassend kann ich sagen: Die Vorfreude war groß, der Andrang an Besuchern riesig und die Show fantastisch.

Bright

So gut mein Zeitplan auch war, für einen Besuch auf der Bright hat es dieses Mal leider nicht gereicht. Dort wäre das süddeutsche Streetstyle Label Greenality gewesen, deren neue Kollektion ich gerne gesehen hätte. Auch Puma gehörte dort zu den Ausstellern – die weiteren Pläne in Richtung vegane und nachhaltige Sneakers wären sicher interessant gewesen.

Eco Fashion Week Tag 1 und 2.

2 Kommentare

    • Franziska

      Hallo Jessi – auf der Fashion Week gibt es zahlreiche Messen, die sich auf ökologische Mode spezialisiert haben, wie zum Beispiel die Ethical Fashion Show oder der GreenShowroom. Darüber hinaus gibt es auf immer mehr Messen und Veranstaltungen, grüne Mode zu sehen. Ich hatte in drei Artikeln die Highlights der diesjährigen Fashion Week zusammen gefasst (und dort auch alle besuchten Veranstaltungen genannt) und die Artikel Eco Fashion Week genannt, da ich mich dabei nur mit Marken beschäftige, die grüne oder nachhaltige Mode herstellen. Zum Thema grüne Mode gibt es zahlreiche Blogs (http://fraujonason.blogspot.de/, http://www.kirstenbrodde.de/ oder http://beyondfashion.de/ – um mal drei zu nennen), aber noch mal spezialisiert auf grün und vegan gibt es bisher nur mich (als Blog) und Shops wie Umasan, Dear Goods, Veganista, Avesu, Muso Koroni, in denen es die Bekleidung und Schuhe zu kaufen gibt. Viele Grüße!

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