Grün ist das neue Schwarz

Gestern beim Espresso in der Mittagspause blätterte ich die aktuelle Ausgabe des Magazins „Elle City Berlin“ durch und entdeckte in der „it list“- zwischen all den „normalen“ & konventionellen Boutiquen & Concept Stores – De la Reh. Die Besonderheit: bei De la Reh gibt es nur grüne Mode & Accessoires. Aus ökologischen, recycelten oder fair gehandelten Materialien und das so schick, dass eine Modezeitschrift wie die Elle den Laden vorstellt. Genau das wünsche ich mir für die Zukunft: immer mehr nachhaltige Mode in Zeitschriften & Magazinen und natürlich auch in den Geschäften. Bis irgendwann Öko-Mode die Norm ist und konventionelle Mode eine Ausnahme. Noch etwas mehr Ausnahme als Öko-Mode ist vegane Öko-Mode. In meiner Serie „Vegan Fashion Q & A“ habe ich im ersten & zweiten Teil viele Fragen rund um ökologische, vegane und faire Mode und Bekleidung beantwortet. Dabei stammen die Fragen aus einem Interview mit der Nürnberger Zeitung. Hier nun der dritte und letzte Teil:

  • Ist vegane Mode teurer? Gibt es Tipps für den „kleinen Geldbeutel“? Umasan ist beispielsweise ein High Fashion Label: Hochwertige Materialien, Fertigung in Europa und hohe Schneiderkunst – das hat seinen (gerechtfertigten) Preis. Aber auch konventionelle High Fashion hat ihren Preis, hier ist aber oft die Frage, auf wessen Kosten gewirtschaftet wird. Fern der High Fashion: Preise von fünf Euro für ein T-Shirt wiederum können nicht fair sein. Am Nachhaltigsten und sicher am Günstigsten ist es, Second Hand oder auf Flohmärkten zu kaufen, denn hier werden keine neuen Kleidungsstücke produziert. Meist investiert man hier viel Zeit, dafür weniger Geld. Oder immer beliebter: Kleidertausch. Ebenso nachhaltig ist es, in qualitativ hochwertige Stücke zu investieren. Mit einem Design, das eher zeitlos ist, deshalb nicht nur eine Saison Freude bereitet und sehr lange getragen werden kann. Lieber ein oder zwei hochwertige und ökologische T-Shirts kaufen als fünf von einer Fast-Fashion-Kette, die dreimaliges Waschen nicht überstehen. In der Fast Fashion, das sind große Bekleidungshäuser, die ständig neue Modelle auf den Markt werfen, wird mitunter sehr auf Kosten von anderen gewirtschaftet – schlecht bezahlte Näherinnen & Näher sowie Färberinnen & Färber schädigen ihre Gesundheit und leben nicht selten am absoluten Existenzminimum. Ich persönlich möchte nicht an dieser Ausbeutung teilhaben. Ökologische Bekleidung kostet nicht mehr als andere Markenbekleidung, nur wird hier tatsächlich für Material, Design und Herstellung bezahlt statt, wie leider meistens, für das teure Marketing des Herstellers.
  • Wie hat sich vegane Mode in den letzten Jahren verändert? Seit wann gibt es diese Branche überhaupt? Wenn wir hier von einer Branche sprechen können, dann von der Öko-Mode-Branche. Hier sieht man deutlich, dass die Vielfalt immer größer wird. Inzwischen gibt es nicht nur Freizeitbekleidung oder Street Style, sondern auch schicke & elegante Outfits fürs Büro oder besondere Anlässe. Eben ein Bandbreite an Auswahlmöglichkeiten, wie in der konventionellen Mode auch. Explizit vegane Labels wie Umasan oder Greenality sind noch rar gesät. Derzeit ist es eher ein „Rosinenpicken“, da auch in der Öko-Mode viel mit Leder, das zwar natürlich gegerbt wurde, oder ökologischer Wolle oder Seide gearbeitet wird. Da die Labels oft sehr klein sind und die Kollektionen in Deutschland gefertigt werden, äußere ich auch schon mal Sonderwünsche, wie zum Beispiel das Ersetzen von Horn- oder Perlmuttknöpfen. Die Herrenmarke brainshirt hat auf Nachfragen von männlichen Veganern sogar in großem Stil reagiert und die Perlmuttknöpfe der Biobaumwoll-Herrenhemden komplett durch Knöpfe aus biologisch abbaubarem Bio-Polymer ersetzt.
  • Gibt es noch ausbaubare Bereiche, wie zum Beispiel Outdoor? Einige Outdoormarken sind bereits sehr aktiv im Bereich Nachhaltigkeit. Fleecepullis gibt es beispielsweise aus recycelten PET-Flaschen. Oder ich kann meine abgetragenen & alten Fleecepullis wieder beim Hersteller abgeben und diese werden wieder verwertet. Vegane Wanderschuhe zu finden, ist allerdings tatsächlich eine Herausforderung. Denn wenn der Schuh selbst nicht aus Leder ist, ist meist die Innensohle/Brandsohle aus Leder.
  • Folgt vegane Mode bestimmten Trends? Was wäre der Herbst-Trend? Das hängt auch wieder vom Hersteller ab. Die meisten Öko-Mode-Labels setzen auf Beständigkeit, Kombinierbarkeit und kleine Kollektionen. Es geht um Langlebigkeit und ständig neue Trends zu erfinden, ist nicht nachhaltig. Natürlich gibt es T-Shirts in derzeit angesagten Farben, aber es gibt nicht jede Woche einen neuen Trend.
  • Warum hat vegane Kleidung Zukunft? Nachhaltiges Denken und Handeln hat Zukunft. Menschen denken immer mehr darüber nach, was sie essen und greifen verstärkt zu Bio-Produkten. Ebenso ist es bei der Mode: Bekleidung ist jedem Körper sehr nahe, denn sie berührt direkt die Haut. Immer mehr Menschen möchten sich nicht in chemisch behandelte Stoffe hüllen, sondern „saubere“ Kleidung auf ihrer Haut tragen. Dazu kommt, dass sämtliche tierischen Materialien oft eben nicht nur ein Bei-Produkt der Tierhaltung sind, sondern Tiere eben auch für Wolle, Seide oder Leder und Pelz gehalten & gezüchtet werden. Immer mehr Menschen verzichten auf Fleisch oder essen komplett vegan, das möchten viele auch auf ihre Kleidung übertragen.
Kategorie Fashion
Autor

Ich bin Franziska und liebe schöne Dinge. Dazu gehören für mich unbedingt Mode sowie Kosmetik und auch gutes Essen in coolen Restaurants. Aber schön soll es nicht nur für mich sein, sondern auch für andere. Nämlich die Umwelt, Tiere und Menschen. Deshalb: vegan, eco und fair.

2 Kommentare

  1. Ich habe keine Ahnung ob du das weißt, aber ich frage einfach mal: stimmt es, dass Northface-Sachen grundsätzlich vegan sind?

  2. Hallo,
    ich finde deinen Blog sehr interessant, auch wenn ich selber nicht vegan lebe, nachhaltige Mode ist mir jedenfalls wichtig.
    Zur Outdoor Bekleidung: Ist nicht Patagonia eine Outddor-Marke, die auch stark auf Nachhaltigkeit achtet? Allerdings wurde erst vor kurzem bei Greenpeace ein Artikel veröffentlich, dass Outddor-Bekleidung oft gesundheits- und umweltschädliche Schadstoffe enthält.
    http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/chemie_fuer_jedes_wetter/
    Viele Grüße
    Mari

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