Irgendwas „It“ immer

Irgendwas ist immer so angesagt, hip & trendy, dass es einen riesigen Run drauf bis hin zu langen Wartelisten gibt. It-Bags, It-Restaurants, It-Schuhe, It-Magazine, It-Clubs und sogar It-Bloggerinnen & It-Blogger. Seit geraumer Zeit sind Nagellacke das neue Must-Have und It-Item, wie ich immer wieder in Modemagazinen lese und auch meine Nägel sind sehr selten unlackiert. Dabei fing alles so harmlos an.

Vor sehr vielen Jahren schenkte mir mein damaliger Freund zu unserem Jahrestag ein kleines türkisfarbenes Schächtelchen mit einem Ring. Herzstillstand. Er wird doch nicht etwa…? Nein, hat er nicht. Wir waren schließlich noch blutjung und beide mitten im Studium. Trotzdem hat der Ring was verändert – bis dahin hatte ich meine Hände zwar immer sorgfältig eingecremt, aber ansonsten wenig Schönheitspflege daran vorgenommen. Mit Schmuck am Finger zieht man aber auch Aufmerksamkeit auf seine Hände, also sollten sie dafür bitteschön auch umwerfend aussehen. Mit dem Ring zogen also eine Nagelfeile aus Glas und Nagellack in meinem Kosmetiktäschen ein, um dann in regelmäßigen Abständen auf meine Finger aufgetragen zu werden. Und weil ich schon dabei war, auch gleich auf die Fußnägel. Mani-Pedi-Abend wurde während meines Studiums zu einem Ritual (Montagabend während ich DVDs schaute). Schnell hatte ich auch den schönsten rosefarbenen Lack gefunden und bei dem blieb es sehr lange.

Bis wieder ein Ring ins Spiel kam. Dieses Mal ganz ohne Mann, sondern ein Geschenk, das ich mir selbst zum Ende des Studiums gemacht habe (hierzu passt als Soundtrack „Independent Women“ von Destiny’s Child). Der Ringkauf war eine große Sache: erst habe ich mir den Stein ausgesucht (puderrosafarbener Rosenquarz) und dann wurde er nur für mich angefertigt. Wochenlang musste ich darauf warten und als ich ihn endlich am Finger hatte, hätte ich glücklicher nicht sein können. Am nächsten Tag hatte ich drei Bewerbungsgespräche und habe zwei von drei Jobs bekommen – ob das am Rosenquarz lag?

Mit dem Ring meinte ich auch zu edlerem Nagellack greifen zu müssen. Chanel musste es sein, diese Marke hatte damals eine magische Wirkung auf mich. Immerhin hatte der französische Modekonzern den 90er mit dem tiefroten „Rouge Noir“ weltweit für Hysterie unter Fashionistas gesorgt. Schnell war auch hier eine schöne, dezente Farbe ausgesucht.

Viel Zeit ist seit damals vergangen und die Tage der dezenten rosefarbenen Nägel sind lange vorbei. Farbig lackierte Fingernägel sind mein Markenzeichen geworden und ich fühle mich immer ein bisschen seltsam, wenn ich das Haus tatsächlich mal ohne verlasse. So als würde was fehlen oder ich hätte was vergessen.

Als ökologisch bewusste Veganista ist es mir wichtig, Naturkosmetik und ungiftige Produkte zu benutzen. Und was ich gar nicht möchte, sind Inhaltstoffe, die das Nervensystem schädigen können oder gar krebserregende Wirkung haben. Nagellack in Bioqualität ist leider eine Utopie, das hat mir auf der Biofach 2010 ein sehr netter Experte der Naturkosmetikmarke Sante bestätigt. Wenn also Lack, dann bitte so ungiftig wie möglich.

Zum Glück gibt es Marken, denen die Umwelt, die Gesundheit & ihre Mitarbeiter und auch Tiere wichtig sind. So genannte „3 Free“ Lacke, die ohne die giftigen Inhaltsstoffe wie Formaldehyde, Toluol (Methylbenzol) sowie Weichmacher DPB (Dibutylphthalat) auskommen. Und dabei auch noch auf Tierversuche und tierische Inhaltsstoffe verzichten. Marken wie butter LONDON und Priti NYC tun genau das und müssen sich mit ihrer Farbauswahl wirklich nicht verstecken. Im Gegenteil: Bei butter LONDON habe ich das perfekte Rot („Come to Bed Red“) und Pink („Primrose Hill Picnic“) gefunden und „Sweet Sultan“ von Priti NYC ist ein toller & ungewöhnlicher Braun-Lila-Mauve-Taupe-Ton, den ich benutze, wenn aus meiner Rot/Pink-Routine ausbrechen will.

Unterlack schützt die Nägel vor Verfärbungen und Überlack macht alles länger haltbar & glänzend. Und wenn der Lack ab muss, benutze ich den Nagellackentferner von Sante, der ist nämlich bio und sanft zu den Atemwegen & Nägeln – allerdings dauert das Ab-Lackieren auch etwas länger als bei konventionellen und schwer chemischen Entfernern. Ab und an mache ich eine Lack-Pause und gönne meinen Nägeln Ruhe.

Auch Sante hat Nagellacke im Sortiment. Die rote Nummer 17 habe ich vergangenen Sommer einer Freundin für ihren Urlaub in Italien geschenkt. Nach ihrer Rückkehr erzählte sie, dass sie noch nie so viele Komplimente bekommen hat, wie für dieses Rot. Und wie habe ich neulich so schön gelesen: „Once you go red, you never go back“ – Jessica Weiss in „Modestrecke – Unterwegs mit Les Mads“.

PS: Nachdem ich im vergangenen Jahr Eva Höchstetter von All for Eves auf der goldgreen in München kennengelernt und ihr gestanden habe, dass ich gerne auch mal Priti NYC ausprobieren möchte, hat sie mir netterweise „Sweet Sultan“ geschenkt. Merci beaucoup!

Die Lacke von butter LONDON sind hier erhältlich.

Kategorie Beauty
Autor

Ich bin Franziska und liebe schöne Dinge. Dazu gehören für mich unbedingt Mode sowie Kosmetik und auch gutes Essen in coolen Restaurants. Aber schön soll es nicht nur für mich sein, sondern auch für andere. Nämlich die Umwelt, Tiere und Menschen. Deshalb: vegan, eco und fair.

7 Kommentare

    • Lieber Andre, das ist ja eine schöne Überraschung! Vielen herzlichen Dank & ich freu mich sehr über den Award! Love & Veggies, Franziska

  1. Hey,

    noch eine Nagellack-Süchtige ;-).
    Ich habe selten „nackte“ Nägel und habe mir erst kürzlich ein paar hinreißende Lacke von Priti NYC gekauft. Ich bin schwer verliebt in sie ;-).
    Hast du vielleicht einen Tipp für mich, wenn es um einen guten Überlack geht? Und wie sieht es mit Unterlack aus, verwendest du immer welchen?

    Grüße von einer nagellackbegeisterten
    Kirschbiene

    • Liebe Kirschbiene – derzeit benutze ich für drunter „Horse Power“ und für drüber „Hardwear“ von butter LONDON. Kann ich beide empfehlen. Sobald die leer sind, werde ich was Neues testen und dann natürlich wieder drüber schreiben. Und ja, ich mache immer das volle Programm mit Unter-& Überlack. Geht inzwischen ratzfatz, ich mach das meistens sogar während ich einen Text schreibe. Kurz pinseln, trocknen lassen und dann die nächste Schicht. Love & Veggies, Franziska

  2. Hallo Franziska,

    ich wollte dir mal liebe Grüße aus „Kirschbienes Nagelstudio“ senden ;-). Ich teste gerade das Prozedere mit Unter- und Überlack, beides auf einen Streich habe ich nämlich noch nie verwendet. Ich habe mir von butter LONDON die „Nail Foundation“ als Unterlack bestellt. Die ist toll – die Nägel sehen danach ganz matt aus und haben eine sehr angenehme, irgendwie samtige Oberfläche. Als Überlack habe ich „Matte Finish“ von butter LONDON gewählt, der ist gleich an der Reihe ;-). Ach ja, wie viele Farbschichten kommen bei dir eigentlich zwischen Drüber & Drunter?

    Liebe Grüße,
    die Kirschbiene

    • Liebe Kirschbiene, viele Grüße in Dein heimisches Nagelstudio! Ich habe keine feste Regel, wieviele Schichten Lack ich benutze. Das hängt immer von der Deckkraft/Intensität der jeweiligen Farbe ab. Bei butter LONDON ist eine Schicht meist ausreichend. Außer bei Yummy Mummy, den trage ich zweimal auf – zu dieser Farbe passt auch super der mattierende Überlack „Matte Finish“. Bei Rot & Pink mag ich lieber einen glänzenden Überlack. Love & Veggies, Franziska

  3. Hallo Franziska,

    dieses „Matte Finish“ ist ja wirklich ultramatt. Das wirkt, als hätte man Löschpapier auf die Nägel gelegt – schwupps, weg ist der Glanz. Ich staune! Ja, ich stimme dir zu – bei manchen Farben wirkt glänzender Lack einfach schöner. Ich teste noch herum, wo ich’s lieber matt und wo glänzend mag. Ist schon ein schönes Frauenspielzeug :-).

    Die Kirschbiene

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