Mode im Alltag: Der nachhaltige Kleiderschrank

Der nachhaltige Kleiderschrank I Veggie Love

Filme wie The true cost zeigen deutlich, dass hinter der schönen Fassade der Modeindustrie nicht immer alles glänzt. Dabei soll Mode Spaß machen, unsere Laune und Persönlichkeit zum Ausdruck bringen, gut aussehen und auch gut sein. Über Nachhaltigkeit in der Mode wird inzwischen viel geschrieben und gesprochen, was aber bedeutet das wirklich für den eigenen Kleiderschrank? Mit diesen Tipps geht die Freude an schönen Kleidungsstücken nicht verloren und sie sind auch im Alltag ganz leicht umsetzbar.

Ausmisten

Bereit für den Frühjahrsputz und knallharte Ehrlichkeit? Schrank auf und sich bei jedem Kleidungsstück fragen: Trage ich das noch? Trage ich es (gerade) nicht, will es aber behalten? Kann es weg?

Wohin nun mit den ausgemisteten Sachen?
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten: Spenden, an Oxfam geben, verkaufen (Flohmarkt, Kleiderkreisel, Ebay, Tictail) und Tauschparties (im Freundes- oder Kollegenkreis selbst veranstalten oder eine besuchen).

Einkaufen

Nachhaltiger als nichts zu kaufen, geht nicht. Für die meisten von uns aber ziemlich unrealistisch. Deshalb die zweit nachhaltigste Form wählen: Gebrauchtes kaufen. Ob Second Hand oder Vintage, hier wird kein neues Material hergestellt oder verarbeitet und somit Ressourcen geschont und Energie gespart.

Der nachhaltige Kleiderschrank Taschen I Veggie Love

Qualität statt Quantität

Keine sagte es besser als Vivienne Westwood: Buy less, choose well, make it last. Die Frage „Brauche ich es wirklich?“ lässt meist mit nein beantworten, deshalb finde ich die Frage „Werde ich es wirklich tragen und lieben?“ besser. Klasse statt Masse, auch wenn man dafür erst mal auf das neue Kleidungsstück sparen muss. Mit der richtigen Pflege und Fürsorge hat man garantiert auch länger als eine Saison Freude daran.

Zeitlose Klassiker

Wer will schon immer dem neuesten Trend hinterher rennen? Es ist viel entspannter, seinen eigenen Stil zu finden und ihm treu zu bleiben. Zeitlose Kleidungstücke verlieren zudem nie ihren Charme und man ist damit immer gut angezogen.

Eco Fashion

Es gibt so viele tolle Hersteller und das Argument, dass nachhaltige Mode nicht schön aussieht, gilt schon lange nicht mehr. Bio ist nicht nur bei Lebensmitteln gut, sondern auch bei Bekleidung besser für die Umwelt und die Gesundheit derjenigen, die sie herstellen und tragen. Darüber hinaus soll Mode auch denen Spaß machen, die sie herstellen, deshalb sind faire Herstellungsbedingungen wichtig.

Der nachhaltige Kleiderschrank Schuhe I Veggie Love

Vegan

Bei der Ablehnung von Pelz sind sich inzwischen die Meisten einig, dabei ist die „Herstellung“ von Leder oft nicht weniger grausam. (Irgendwie ist Leder auch nichts anderes als Pelz, nur ohne Haare.) Kurzum: Faire Herstellungsbedingungen sind gut für Menschen, saubere Produktionsbedingungen gut für die Umwelt und veganes Material gut für die Tiere. Neuartige Fasern wie Tencel, Bambus, Ananasleder oder Seacell sind zudem auch umweltfreundlich. Nicht vegan sind Pelz, Leder, Wolle, Seide, Daunen, Perlmutt und Horn (bei Knöpfen).

Und nun?

Es geht nicht darum, von heute auf morgen den ganzen Kleiderschrank auf den Kopf zu stellen und alles zu entsorgen, was nicht vegane Eco Fashion ist und sich dann neu einzukleiden. Das ist weder nachhaltig noch sinnvoll. Vielmehr geht es um die Frage, was man wirklich im eigenen Schrank haben möchte und gerne anzieht. Damit macht Mode auch weiterhin Spaß und nicht nur denen Freude, die sie anziehen.

Bilder: Nora Dal Cero für Veggie Love

Kategorie Fashion
Autor

Ich bin Franziska und liebe schöne Dinge. Dazu gehören für mich unbedingt Mode sowie Kosmetik und auch gutes Essen in coolen Restaurants. Aber schön soll es nicht nur für mich sein, sondern auch für andere. Nämlich die Umwelt, Tiere und Menschen. Deshalb: vegan, eco und fair.

16 Kommentare

  1. Ein sehr toller Blogpost! Ich gebe meine gebrauchte Kleidung gerne meiner Schwester, die freut sich da immer sehr. Den Rest gebe ich in unsere Gemeinde, da gibt es eine Sammelstelle und die Kleider gelangen wirklich zu Mensche, die sie brauchen.

    Liebste Grüße,
    Lary

  2. Ich muss dir beim zweiten Punkt widersprechen. Gebrauchtes (bzw. im Fall von Second Hand) ist nicht per se nachhaltiger als ökologisch neu kaufen. Das ist sehr vom Einzelfall abhängig, nämlich was und von wem man genau kauft. Mir ist schon vor einiger Zeit beispielsweise bei Kleiderkreisel aufgefallen, dass einerseits viele Frauen dort bei topmodernen Stücken im Geschäft bereits einkalkulieren, sie wahrscheinlich später wieder verkaufen zu können (und so einen Teil des Geldes zurückzubekommen) und andererseits ein Grossteil der Verkäufer auf solchen Portalen das Geld aus Einkäufen nutzt, um damit shoppen zu gehen. Indirekt fördert man also je nachdem durchaus den konventionellen Kleiderkauf. Ich schau mir bei Second Hand Käufen daher das Profil des Verkäufers immer genau an – wie viele Artikel er anbietet, ob besonders oft steht „kaum getragen“ und nicht nur bei wenigen Fehlkäufen usw. Das minimiert das Risiko etwas.

  3. Fairlockend hat da einen interessanten Punkt aufgegriffen. Ich denke, das ist ein Extremauswuchs von Kleiderkreisel, aber grundsätzlich ist Second Hand schon eine gute Möglichkeit. Ist mir immer noch lieber, wenn irgendeine ständig neu kaufende Verkäuferin ihre Sachen dann weitergibt, als dass sie sie wegschmeißt, von daher sehe ich das nicht so eng.

    Zu den ganzen Möglichkeiten würde ich noch Upcycling hinzufügen. Grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass sich die Modewelt grundlegend ändert und nicht jedes Jahr diverse Trends aufpo ppen und wieder verschwinden, die dann immer groß promotet werden. Ich würde mir wünschen, dass es in der Mode mehr um Kreativität, Ausdruck und individuellen Stil geht, dann wäre der Druck für viele Konsumentinnen, mitzuhalten und modern zu sein und deswegen ständig neu zu kaufen, auch weniger.

    Hier hatte ich dazu schon mal ‚was geschrieben: http://www.kokonausluft.de/2015/03/von-adidas-bis-zalando-bei-wem-kaufen/

  4. Letztes Jahr habe ich einiges aussortiert und mir eine Capsule Wardrobe zusammen gestellt, die ich für drei Monate getragen habe. Das hat mich schon ein ganzes Stück weiter gebracht, auf der Suche nach meinem eigenen Stil.
    Ansonsten kaufe ich nur noch selten neues und schaue mich auch immer gerne bei Nachhaltigen Labels um. Bis mein Kleiderschrank ganz grün wird ist es noch ein langer Weg, aber wie du schon geschrieben hast, ist es keine Lösung alles raus zu werfen und zu ersetzen. Die Sachen die man hat erst einmal auftragen und dann etwas nachhaltiges neues shoppen. Bis dahin weiß ich hoffentlich besser, was mein Stil ist und möchte dann auch gerne mehr Geld ausgeben und in langlebige Mode investieren.

    Viele Grüße
    Stephie

  5. Pingback: Random Stuff #3 | Gesehen, gelesen und gehört diese Woche

  6. Deine Überlegungen sind toll! Es ist echt wichtig, dass mehrere Leute beginnen, umzudenken. Danke auch für den Filmtipp, werde ich mir heute Abend zu Gemüte führen!

    Vielleicht gefällt dir ja auch unser Onlineshop, wenn du dich für Vintagemode interessierst. Wir sind drei junge Österreicherinnen, die ihn führen und verkaufen ausschließlich (getragene) Vintagemode. Wir würden uns freuen, wenn du vorbei schauen würdest! :)

  7. Pingback: Fashion Revolution Day 2016 - heylilahey.

  8. Pingback: Greenwashing / 10 Werbeaussagen, die ihr hinterfragen solltet - Nicetohave Mag

  9. Pingback: #WARDROBEREVOLUTION - SLOW FASHION

  10. Pingback: Wenn der Kleiderschrank fair wird …. | Wohn' doch wie ... Du willst!

  11. Pingback: FASHION REVOLUTION DAY UND RECAP #WARDROBEREVOLUTION - stryleTZ

  12. Pingback: Vorgestellt: Die Fair Fashion Crew - MADE OF STIL // Slow Fashion, Vintage, Bücher, DIY, Kultur, Berlin

  13. Ein toller und wichtiger Beitrag. Ich finde, es ist oft sehr schwierig herauszufinden wo/wie die Kleidung die man kauft/trägt hergestellt wird. Vor allem wenn man wie ich auch mal bei C&A und Co. einkaufen geht… :(
    Kleidung wegschmeißen kommt für mich auch überhaupt nicht in Frage, ich versuche immer alles was ich – aus welchen Gründen auch immer- nicht mehr trage weiter zu geben. Ja ich tausche tatsächlich öfter auch mal Kleider mit meiner Mutter aus :)
    Alles Liebe,
    Eva von missrain.at

  14. Pingback: Fashion Revolution Day • myfairladies

  15. Pingback: Fashion Revolution Day – myfairladies.net

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