Hautpflege mit Ölen: Eine kleine Anleitung

Primavera Vegane Naturkosmetik I Veggie Love

Hallo, ich bin Franziska und ich bin ein Öl-Junkie. Ob für das Gesicht oder den Körper – ich liebe Öle zur Pflege, zum Entgiften und sogar zum Reinigen.

Mit der Verwendung von Ölen gingen – zumindest bei mir – jede Menge Fragen einher. Je häufiger ich Öle für die Gesichts- und Körperpflege benutzte, desto mehr wollte ich wissen. Was macht ein gutes Öl aus? Wofür kann ich sie noch verwenden? Welche unterschiedlichen Öle gibt es und wie wirken sie? Und nicht zuletzt: worauf sollte man bei der Benutzung achten?

Gut, wenn man weiß, bei wem man all diese Fragen loswerden kann. Primavera ist euch sicher allen ein Begriff. Mich begleitet die Naturkosmetikmarke seit meiner ersten selbst angerührten Gesichtsmaske mit Heilerde und ätherischen Ölen. Neben der Expertise für Aromatherapie gibt es bei der Allgäuer Marke auch erstklassige Pflegeöle. Mir stand netterweise Maria von Känel, Produktmanagerin bei Primavera, mit all ihrem Wissen zur Seite.

Zusammen mit Maria habe ich vier Öle ausgesucht und mit ihrer Hilfe deren Eigenschaften sowie Anwendungsmöglichkeiten näher betrachtet. Darüber hinaus hat sie mir einige tolle Rezepte für Öl-Mischungen für euch mitgegeben. Also, los geht’s mit der Ölkunde.

Was macht ein gutes Öl aus?

Es ist kaltgepresst und naturbelassen. Das bedeutet, alle guten Wirk- und Vitalstoffe des Öls bleiben erhalten.

Naturbelassen heißt, das Öl wurde nicht entfärbt, desodoriert oder raffiniert und ist damit in Farbe und Geruch so nah an der Natur wie möglich.

Zudem ist wichtig, dass die verwendeten Pflanzen wie Samen, Nüsse und Kerne aus biologischem Anbau stammen. Denn was man nicht möchte, sind Pestizide, die über das Öl auf die Haut und damit in unseren Organismus gelangen.

Sesamöl

Dieses goldgelbe Öl gilt als die älteste Ölsaat und schenkt der Haut eine Schutzhülle, die gleichzeitig wie ein Nerventonikum wirkt. Damit ist es besonders gut für Menschen geeignet, die leicht frieren oder dünnhäutig (im Sinne von empfindlich) sind.

Eine lange Tradition hat Sesamöl im Ayurveda aufgrund der Eigenschaft, den Körper beim Abtransport von Giftstoffe zu unterstützen. Deshalb ist es auch ideal zum Ölziehen am Morgen. Im Ayurveda muss Sesamöl übrigens erst reifen (es wird einmal auf 60 Grad erhitzt).

Angewendet werden kann es äußerlich sowie innerlich. Zwei Tipps habe ich für euch: Wer abends nicht einschlafen kann, sollte sich die Füße mit Sesamöl einreiben. 30 Tage lang kurmäßig jeden Tag einen Esslöffel Sesamöl einnehmen, wirkt sich positiv auf die Psyche aus und hilft denjenigen, die schnell frieren.

Anleitung zum Ölziehen mit Mundziehöl mit Pfefferminze und Zitrone
Dazu 100 ml Sesamöl mit folgenden ätherischen Ölen vermischen:
5-10 Tropfen ätherisches Öl Pfefferminze
8-12 Tropfen ätherisches Öl Zitrone

Das ätherische Öl kann direkt in die Flasche mit Sesamöl getröpfelt werden. Die Flasche wieder verschließen und sanft schütteln.

Morgens nach der Zungenreinigung ein bis drei Esslöffel Öl in Mund nehmen und zwischen den Zähnen hin- und herziehen. Das kann anfänglich seltsam sein – keine Sorge, man gewöhnt sich schnell dran. Ich lasse das Öl meist zwischen zehn bis 15 Minuten im Mund und spucke es dann aus (in den Abfall). Bitte nicht schlucken, da das Öl genau die Stoffe enthält, die wir ja loswerden wollten. Danach die Zähne wie gewohnt putzen.

Diese Mischung schmeckt frisch und hilft auch gegen unangenehmen Geschmack im Mund (zum Beispiel Knoblauch am Vorabend). Die Pfefferminze hat kühlende, erfrischende und desinfizierende Eigenschaften. Die Zitrone wirkt ebenfalls frisch und belebend, hat einen adstringierenden Effekt auf das Zahnfleisch und kann deshalb bei Neigung zu Zahnfleischbluten hilfreich sein.

Gut zu wissen: Das Gurgeln mit diesem Mundziehöl wirkt lindernd bei Halsschmerzen und schützt vor Erkältungen.

Jojobaöl

Chemisch gesehen ist Jojobaöl (ausgesprochen wird es „Hohobaöl“) ein flüssiges Wachs, das aus den braunen Samen des holzigen und immergrünen Jojobastrauchs gewonnen wird.

Die Zusammensetzung des Öls ähnelt dem menschlichen Talg, was es besonders gut verträglich macht. Es zieht schnell ein und hinterlässt keinen fettigen Film. Es eignet sich hervorragend für fettige und unreine Haut, da es antibakteriell wirkt und unerwünschten Keimen den Nährboden entzieht.

Auch reife Haut mag Jojobaöl, denn es strafft und schenkt Elastizität. Darüber freuen sich außerdem Schwangere, die es für die Massage von wachsenden Bäuchen benutzen. Nach der Geburt unterstützt es dabei, das gedehnte Gewebe wieder zurück zu bilden.

Zum Abschminken lässt es sich zudem hervorragend einsetzen, da das Öl nicht so leicht ins Auge fließt.

Da es duftneutral ist, kommen Mischungen mit ätherischen Ölen gut zur Geltung. Es ist sehr lange haltbar (oxidationsstabil) und kann benutzt werden, um andere empfindliche Öle (wie zum Beispiel das schnell oxidierende Wildrosenöl) länger haltbar zu machen.

Im Gegensatz zum Sesam- und anderen Ölen wird Jojoba nicht innerlich angewendet.

Mischung für ein sonnig-warmes Körperöl
50 ml Jojobaöl
50 ml Sesamöl
15-20 Tropfen ätherisches Öl Orange
3-5 Tropfen ätherisches Öl Zeder
3-5 Tropfen ätherisches Öl Rosengeranie
1-2 Tropfen ätherisches Öl Nelkenknospe

Die ätherischen Öle in die Flasche mit Sesamöl tropfen. Flasche schließen, leicht schütteln und drehen. Das Öl nach der Dusche oder einem Bad in die noch feuchte Haut massieren. Eine Fußmassage mit dem Öl wirkt besonders wohltuend, erdend und stärkend.

Primavera Oelkunde Vegane Naturkosmetik I Veggie Love

Mandelöl

Laut Maria von Känel ist Mandelöl das „Öl für alle Fälle“ und perfekt für jedes Hautbedürfnis. Ob für Babies, die ganze Familie und die Großeltern – dieses Basisöl ist reizarm und passt für alle.

Es schützt empfindliche Haut, beruhigt trockene und schuppende Haut und die darin enthaltenen Ceramide unterstützen die Hautbarriere.

Wie auch das Jojobaöl hat Mandelöl einen geringen Eigengeruch und eignet sich deshalb gut für Mischungen mit ätherischen Ölen.

Gesichtsreinigung mit Öl
Die Gesichtsreinigung am Abend war für mich schon immer ein besonderes Ritual, um den Tag hinter mir zu lassen und abzuschalten. Seit mir Maria diese „Oil Cleansing Method“ erklärt hat, will ich sie nicht mehr missen. Entspannung pur!

50 ml Mandelöl
5 Tropfen ätherisches Öl Orange
5 Tropfen ätherisches Öl Lavendel fein

Die ätherischen Öle in das Mandelöl tropfen und vermischen. Das Öl zur Reinigung auf die feuchte Gesichtshaut auftragen und gut einmassieren. Die entstandene milchige Emulsion mit einem warmen Waschlappen vom Gesicht nehmen.

Die Augenpartie lasse ich beim Einmassieren trotz Mascara aus und meine nicht-wasserfeste Wimperntusche lässt sich auch mit dem feuchten Tuch sehr gut abnehmen. Falls das bei euch nicht klappt, empfehle ich zuvor das Abschminken der Augen.

Inka Nuss

Das Öl der Inka Nuss (Sacha Inchi) besitzt den höchsten bekannten Anteil mehrfach ungesättigter Omega-3 sowie Omega-6-Fettsäuren und gilt damit als das Superfood unter den Ölen. Es hat eine stark antioxidative Wirkung und stellt mit dem enthaltenen Vitamin E das natürliche Gleichgewicht der Haut wieder her.

Es spendet Feuchtigkeit, regeneriert und stärkt trockene sowie reife Haut und besonders sensible und entzündliche Haut im Gesicht freut sich über die Anwendung des gelbgoldenen Öls.

Mischung für das Gesichtsöl „Sonnenschein“
30 ml Inka Nuss Öl
2 Tropfen ätherisches Öl Benzoe Siam
1 Tropfen ätherisches Öl Rosengeranie
4 Tropfen ätherisches Öl Orange

Die ätherischen Öle in die Flasche mit Inka Nuss tropfen. Flasche schließen und leicht schütteln. Das Öl nach der Reinigung und Anwendung eines Hydrolats (oder Gesichtswassers) in die feuchte Haut massieren.

Über diese vier Öle hinaus gibt es natürlich noch jede Menge mehr zu entdecken. Seid experimentierfreudig und genießt die unterschiedlichen Eigenschaften und Düfte verschiedener Ölen.

Am Ende noch eine Anmerkung, auch wenn das sicher schon alle wissen: Pflegeöle am besten nach der Dusche auf die noch feuchte Haut einmassieren. So ziehen sie schnell ein und hinterlassen keinen lästigen Film. Das gilt ebenfalls für die Gesichtspflege, hierfür die Haut mit einem Hydrolat oder Gesichtswasser benetzen und dann das Öl auftragen.

In herzlicher Zusammenarbeit mit Primavera entstanden.

Fotos: Lydia Hersberger für Veggie Love

Kategorie Beauty
Autor

Ich bin Franziska und liebe schöne Dinge. Dazu gehören für mich unbedingt Mode sowie Kosmetik und auch gutes Essen in coolen Restaurants. Aber schön soll es nicht nur für mich sein, sondern auch für andere. Nämlich die Umwelt, Tiere und Menschen. Deshalb: vegan, eco und fair.

3 Kommentare

  1. Oh wow vielen Dank für diesen mega ausführlichen und informativen Beitrag! Ich bin auch ein großer Ölfan und verwende vor allem im Winter täglich ein Öl für mein Gesicht, meine Haare und den Körper. Dank deines Beitrags habe ich jetzt aber noch mal super viel dazu gelernt. :) Hoffentlich kann ich mir das alles merken ;)

    Sonnige Grüße aus Freiburg

    Neele vom Fashionblog Justafewthings.de

  2. Pingback: Aufgeschnappt #24: Neuigkeiten aus der Welt der Naturkosmetik - herbsandflowers.de

  3. Öle sind was Wunderbares! Gesichtsöl benutze ich regelmäßig. Ich mag auch das Kameliensamenöl von Primavera sehr gerne. Es zieht rasch ein und macht weiche Haut.

    Viele Grüße

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