Raw Love – Abschluss, aber kein Ende

Vor heute genau fünf Wochen habe ich angefangen, mich von (veganer) Rohkost zu ernähren. Meine Motivation dafür war ein bewusster Einschnitt nach einigen chaotischen Monaten, die auch meine Essgewohnheiten in Mitleidenschaft gezogen hatten. Ich wollte gesündere und bessere Ernährung und nicht zuletzt auch wieder ein besseres Körpergefühl. Da inzwischen sogar schon fünf Wochen vergangen sind, verrate ich gleich zu Anfang, dass ich auch weiterhin dabei geblieben bin. In meiner ersten Ankündigung für die vierwöchige Rohkostphase hatte ich geschrieben, dass ich mir jubelnde Zellen wünsche – hier also mein Bericht, was in den vier Wochen tatsächlich passiert ist und ob die Zellen jubeln.

  • Ich habe rund 38 grüne Smoothies getrunken, sehr konservativ geschätzt waren das etwa 30 Liter.
  • Mindestens 21 große Schüsseln voll mit Salat habe ich gegessen. Langweilig war das nie – im Gegenteil. Ein großer Salat gehört mittags fest in meinen Tagesplan.
  • Nussmilch gab es in den vier Wochen ungefähr neunmal – entweder als Bananenmilch oder Rohkostkakao. Der Kakao passt wunderbar vormittags, denn er macht wach und die Bananenmilch war ab und an ein gutes Abendessen für mich.
  • Die rohe Schokolade von Lovechock mochte ich schon vorher sehr gern – in den vier Wochen habe ich ungefähr zehn Riegel gegessen. Und zweimal Himbeer Truffles von Booja Booja.
  • Am Anfang hatte ich immer Rohkost-Riegel dabei, wohl aus Sorge, irgendwann hungrig zu sein – circa 15 Stück habe ich davon gegessen. Mit der Zeit hat aber der Snackhunger nachgelassen oder ich habe dann lieber zu Lovechock gegriffen.
  • Die Mengen an Obst und Gemüse, die ich in dieser Zeit nach Hause getragen, verarbeitet und gegessen haben, bleiben ungezählt. Aber eins weiß ich sicher: soviel Grün gab es noch nie zuvor in meiner Küche. Viele Gemüsesorte, wie zum Beispiel Karotten und Fenchel gab es vorher schon ständig. Neu dazu gekommen ist Rotkohl und ist nun auch regelmäßig in meinem Salat zu finden. Mangold, Spinat, Schwarzkohl, Grünkohl, Rucola, grüner Salat, Wildkräuter – das kommt bei mir neben Obst in den morgendlichen Smoothie. Mein Verbrauch an Avocado ist auch ziemlich gestiegen, entweder im Salat, auf Rohkostbrot oder mit rohem Gemüse.
  • Am Anfang hatte ich die Befürchtung, Oktober könnte schon etwas spät im Jahr sein, um mit der Rohkost zu beginnen. Im Rückblick kann ich sagen: der richtige Augenblick war bei mir im Kopf und nicht in der Jahreszeit.
  • Ich hatte mich zwar schon lange für Rohkost interessiert und darüber gelesen, dennoch habe ich mich recht unvorbereitet gefühlt als ich am 4. Oktober damit los gelegt habe. Bei vielem hat sich bei mir das Motto „Just do it“ bewährt, so auch hier. Wenn ich mich erst richtig hätte vorbereiten wollen, würde ich heute noch Bücher & Blogs lesen statt morgens einfach einen grünen Smoothie zu trinken. Aus meiner anfänglichen Unsicherheit wurde beim Tun sehr schnell Sicherheit und Gewohnheit. Und dazu kam immer mehr Neugier auf neue Rezepte und Zubereitungsweisen.
  • Cashewcreme und Rohkost-Brot sind zwei Dinge, von denen ich nicht genug bekommen kann. Zum Glück habe ich inzwischen auch gelernt, wie man Rohkost-Käse selbst macht.
  • Mein Hungergefühl hat sich sehr verändert und ich bin viel schneller satt. Das kommt davon, dass mein Körper schneller mit Nährstoffe versorgt wird – so wurde mir das jedenfalls erklärt.
  • Ich fühle mich sehr viel wohler in meiner Haut, bin entspannter und ich habe regelrechte Glückszustände. Gestern Mittag hätte ich vor lauter fast auf dem Tisch getanzt – da kann einem an einem Montagnachmittag echt Schlimmeres passieren. Das muss wohl das mit den jubelnden Zellen sein.
  • Anfangs hatte ich geschrieben, dass es mir nicht um Gewichtsverlust geht und ich weiß auch nicht, wie viel Gewicht ich tatsächlich verloren habe. Allerdings passe ich wieder in die Jeans, die jahrelang im Schrank ganz hinten lagen. Das freut mich natürlich.
  • Gutes kaltgepresstes Öl war mir vorher schon wichtig, ich habe aber noch mal in gutes Oliven-, Walnuss- und Kürbisöl investiert. Schließlich kommt eins davon jeden Tag in meinen Salat.
  • Gescheitert ist mein Versuch, rohe Suppe zu machen. Die hat mir einfach nicht geschmeckt. Vielleicht wage ich da noch einen Versuch.
  • Innerhalb der vier Wochen gab es drei nicht rohe Ausnahmen: eine Mini-Portion Nudelsalat und Süßkartoffelpüree mit Chutney bei einer Buchpräsentation von Volker Mehl in München, ein Burger mit Pommes und Limo sowie ein Espresso. (Da es Nachfragen gab: selbstverständlich war das alles vegan, warum sollte ich denn plötzlich nicht mehr Veganerin sein?!)
  • Entgiftungserscheinungen oder große Probleme mit der Ernährungsumstellung hatte ich zum Glück keine. Allerdings war ich zwischendurch ziemlich erkältet, was ich normalerweise sehr selten und nur ganz kurz bin. Ich konnte tagelang kaum sprechen und war auch ziemlich müde – vielleicht war das dann doch eine Nebenwirkung der Umstellung.
  • Kaffee oder meine tägliche Club Mate vermisse ich nicht. Ich bin eher froh, dass ich nicht mehr auf Koffein zurück greifen muss, um morgens einen kreativen Gedanken fassen zu können oder den Nachmittag zu überstehen. Ich schlafe auch viel besser als zuvor und Aufstehen ist morgens dementsprechend angenehmer.

Mein Fazit nach vier Wochen Rohkosternährung:

  • Ich fühle mich so gut, dass ich einfach nach den vier Wochen nicht der Rohkost aufgehört habe. Inzwischen habe ich zwar mal eine Miso Suppe gegessen, das war auch sehr lecker, aber mein Bedürfnis nach gekochten Gerichten ist derzeit nicht sehr hoch. Ich esse also weiterhin rohe Lebensmittel, Obst und Gemüse. Wenn mir der Sinn nach etwas Gekochtem oder nicht Rohem stehen sollte, dann gebe ich dem nach.
  • Jeder Tag beginnt bei mir mit einem grünen Smoothie, den will ich nicht mehr missen.
  • Aus vier Wochen Test oder Experiment wurde also „Raw Love“ und genau deshalb führe ich mein Rohkosttagebuch auch weiter. Zwar nicht mehr jeden Tag (ich bin auch ein bisschen froh, nicht mehr jede Mahlzeit zu dokumentieren), aber dafür mit ausgesuchten Highlights, Berichten von Zubereitungskursen oder Restaurantbesuchen.

Mein besonderer Dank gilt der Firma Keimling. Ohne deren großzügige Unterstützung hätte es keine Smoothies oder Cashewmus aus dem Vitamix gegeben, keinen Saft aus der Green Star Saftpresse und frische Nussmilch aus dem Soyabella. Darüber hinaus wurde ich freundlicherweise auch mit Lebensmittel ausgestattet, wie zum Beispiel mit rohen Cashewnüssen oder rohem Kakaopulver.

Und für alle, die wissen wollen, wie ich mich nach dem Verzehr von ziemlich viel Rohkost-Käse und auf Kakao anhöre, dem empfehle ich dieses Video. Melanie Maria Holzheimer von Aphrohdisia hat mich nach einem Zubereitungskurs mit dem Wunsch nach einem Interview überrascht.

Kategorie Food
Autor

Ich bin Franziska und liebe schöne Dinge. Dazu gehören für mich unbedingt Mode sowie Kosmetik und auch gutes Essen in coolen Restaurants. Aber schön soll es nicht nur für mich sein, sondern auch für andere. Nämlich die Umwelt, Tiere und Menschen. Deshalb: vegan, eco und fair.

17 Kommentare

  1. Claudia Hain

    Servus Franziska,

    ich habe mit großem Interesse Deinen Raw Love Bericht gelesen – ich persönlich brauche allerdinsg immer etwas Warmes, Wärmendes zu essen, bin auch nicht vegan – aber der Rohkakao, die Nußmilch was ist das denn ? wo finde ich das ?
    Warst Du denn auf der QUBIQUE- wenn auch nur am Rande für Dich was dabei war.. ?
    Lieben Gruß aus München
    Claudia

  2. Liebe Franziska,

    sag, gibt es wo eine Vitamix- Secondhandbörse?
    Ich habe mir ganz motiviert die Homepage angesehen und bei um die 700 Euro pro Gerät
    schlucke ich grad ein wenig. :-)

    Eine andere Frage:
    Wie machst Du die Nußmilch?
    Und welches Buch kannst Du empehlen für den Raw- Einstieg?

    • Claudia – Freut mich, dass Du meine Rohkost-Berichte vorfolgt hast. Das Rezept für rohen Kakao findest Du hier: http://www.rohkost-berlin.de/2011/09/warmer-rohkost-kakao/ Auf der QUBIQUE war ich nicht….

      Sonja – Leider habe ich auch noch keine Vitamix-Secondhandbörse entdeckt. Wahrscheinlich verkauft niemand sein Gerät, weil der Verzicht doch eben sehr schwer wäre….meiner ist ja leider auch nur geliehen….Die Nussmilch mache ich mit dem Soyabella von Keimling. Aber eigentlich geht das auch im normalen Mixer. Wasser und Nüsse mixen und dann am besten durch einen Nussbeutel abseien. Hier ist ein detaillierteres Rezept: http://myveganworld.de/17/05/2010/rohe-nuss-milch-nuss-schlagsahne-und-nuss-kaese/
      Bisher habe ich nach wie vor nur ein Buch und zwar Live Raw von Mimi Kirk. Mir wurde aber empfohlen: David Wolfe – Die Sonnen-Diät, Brenda Davis – Becoming raw, Ami Phyo – Ani’s Raw Kitchen, Jennifer Cornbleet – Raw Food made easy. Gerade eben gab es auch noch einen Kommentar bei Raw Love: Sarma Melngailis – 100 recipes to get the glow. Und wollen wir nicht alle den Glow?!

      Vielen Dank fürs Mitlesen & Kommentieren! Love & Veggies, Franziska

  3. echt total interessant und mich reizt das Thema Rohkost auch sehr in letzter Zeit! Was mich interessiert ist noch, ob du mehr Geld für deine Versorgung ausgegeben hast als vorher oder ob es ca. genauso viel war?! Ich muss da leider immer ein bissal drauf achten und daher wäre der Aspekt sehr wissenswert für mich! Ich werd auf jeden Fall auch viiel mehr Rohkost in meinen Alltag einplanen, jedoch muss ich noch ein paar mehr perfekte Grüne Smoothie Rezepte finden. Liebe Grüße, Laura

  4. Hall♥,

    Ich habe deinen Raw Love Bericht mit soviel Freude, aber auch ein bisschen Wehmut gelesen:-). Auch ich habe mich vor zwei Jahren für 6 Monate roh ernährt und mich dabei so gut gefühlt wie nie zuvor. Habe Seminare mit David Wolfe und Brian Clement besucht und war emotional echt over the moon…. Dann aber wollte ich unbedingt Traithletin werden. Und zwar so richtig. Brendan Brazier schafft es zwar auch on a raw diet richtig gut zu sein, aber ich bin an der Kombination leider gescheitert. Ich kann nicht genug Rohkost essen, um mein Training angemessen zu füttern. Ich denke ich bin jetzt bei 70% roh, was noch immer viel ist, aber dieses echte Glücksgefühl, das ich vorher hatte, habe ich aus meiner Ernährung nun nicht mehr! Manchmal aber aus dem Sport:-), was ja auch eine wunderbare Erfahrung ist.

    Deinen (f)rohköstlichen Weg verfolge ich aber gerne weiter!!

    Alles Liebe,
    Bee

    Dir wünsche ich weiterhin ganz viel

    • Liebe Bee – vielen Dank für Deinen Kommentar! Die letzten Wochen bin ich leider etwas aus meiner Rohkost-Routine gefallen und die Lust auf Suppen, Risotto oder Pasta war nach langen Tagen am Schreibtisch einfach groß. Gleich in der ersten Januarwoche werde ich – gemeinsam mit anderen Bloggerinnen – wieder zu mehr Rohkost-Hochgefühl zurück kehren. Wir starten mit den 21 Tagen Detox von Kris Carr und mein Plan ist es, danach wieder auf mindestens 90% Rohkost zu gehen. Über all das werde ich dann natürlich berichten und ich freu mich, wenn Du dann auch wieder mitliest. Vielen lieben Dank für Deine Büchertipps, die werde ich mir gleich anschauen. Love & Veggies, Franziska

  5. Ach… ich hätte hier auch noch einen Buchtipp:-)

    Raw Magic von Kate Wood ( Sie nennt sich kate magic wood) ist klasse. Tolle Bilder, gute Rezepte, die schmecken und nicht einen halben Tag Zubereitungszeit brauchen. Und Eating for Beauty from David Wolfe.. for th glow! Alleine das Lesen macht schon strahlig und MSM Pulver ist seitdem jeden Tag in meinem Wasser!

    Liebe Grüße,
    Bee

  6. Liebe Franziska, ja… manchmal packt man es einfach nicht. Vor allem, wenn man gestress ist oder die Temperaturen auf einmal in den Keller fallen, seht man sich nach warmen Dingen. Ich hatte das damals auch. Dennoch, das gute Gefühl mit der Rohkost ist unschlagbar, weil ich denke, dass es nachhaltiger ist. Gerade überlege ich, ob ich vielleicht auch bei eurer 21 Tage Kur mitmachen sollte. Dann ist man einfach mal wieder auf Spur:-) !!

    Hab noch ein schönes Restwochenende,

    Bee

    • Liebe Bee – es wäre ganz toll, wenn Du auch in der Gruppe dabei bist! Es gibt dazu eine Facebook-Gruppe, in der immer reger Austausch statt findet. Wenn Du mich über Facebook anfreundest, kann ich Dich dazu fügen. Dir auch ein schönes & hoffentlich nicht allzu kaltes Wochenende! Franziska

  7. jekaterina

    hey :)

    wollte mir gerade deinen blog durchlesen, leider geht nur die erste seite, alle anderen werden nur ganz kurz geladen und danach erscheint eine weiße seite :/ sowohl im chrome, firefox als auch internet explorer.

    :(

    • Vielen Dank für den Hinweis, das ist ja seltsam. Bei mir ist alles in Ordnung (Chrome). Ich schaue mal, woran das liegen könnte. Bitte entschuldige!

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