Raw Love – Woche 2

Über zwei Wochen sind nun schon vergangen seit ich auf reine Rohkosternährung umgestiegen bin – um genau zu sein: heute ist der 18. Tag.
Ein Fazit gleich am Anfang: Ich fühle mich ganz wunderbar. Schon öfter hatte ich erwähnt, dass meine Ernährung in den letzten Wochen & Monaten tendenziell chaotisch war und ich deshalb einen bewussten Einschnitt machen wollte. Alles, was mir durch Stress und einen hektischen Alltag abhanden gekommen war, ist auch seit geraumer Zeit wieder zurück: große Lust auf Gemüse & Obst, stundenlanges Begutachten der Gemüsetheke und Entdecken von Sorten, die ich vergessen oder noch nie probiert habe. Die Freude über die bunte Auswahl in meinem Kühlschrank & Küche und die Neugier, neue Rezepte und Zubereitungsarten auszuprobieren. Aber am besten gefallen mir die neuen Geschmackserlebnisse und die wieder gewonnene Abenteuerlust, die ich in der Küche normalerweise an den Tag lege.

Weniger Müll & Wohlgefühl

Sehr schön finde ich auch, dass ich derzeit jeden dritten Tag eine große Tüte zum Biomüll bringe und ganz wenig anderen Müll habe – Umweltschutz ist also auch in der Rohkost inkludiert. Was aber am allerallerschönsten ist: das Gefühl, das Rohkost bei mir auslöst: Freude, Zufriedenheit, Glück und auch Ausgeglichenheit. Mir tut das gerade ausgesprochen gut. Schon abends freue ich mich auf meinen Frühstückssmoothie und meine große Schüssel mit Salat am Mittag möchte ich nicht mehr missen.

Rohkost unterwegs

In der vergangenen Woche war ich ein paar Tage in München. Veganes Reisen ist nach drei Jahren als Veganerin ein Kinderspiel, bei der Rohkost bin auch ich wieder herausgefordert worden. Grünen Salat gibt es fast überall und Obst auch, aber nur grüner Salat macht eben nicht lange satt. Inzwischen hat mir Melanie Maria Holzheimer gute Tipps zum Reisen gegeben – sie nimmt zum Beispiel eine Avocado oder Kräcker mit ins Restaurant und bestellt sich dort einen großen grünen Salat. Manchmal nimmt sie sogar noch ihr eigenes Dressing mit. Übernachten bei Freunden ist ohnehin am Schönsten: gute Gesellschaft, man kann selbst einkaufen und macht den Gastgebern mit dem Zubereiten von leckeren Speisen eine große Freude und isst gleichzeitig auch selbst wie gewohnt gut.

Was bedeutet Rohkost eigentlich?

Da ich am Anfang gar nicht erklärt habe, was die Ernährung mit Rohkost eigentlich ist, will ich das hier nachholen:

Rohkost bedeutet Lebensmittel, die natürlich belassen wurden. Das heißt, sie wurden nicht industriell verarbeitet oder raffiniert. Sie werden nicht erhitzt und falls sie doch erwärmt werden, dann nicht über 42 Grad. Die Vorteile so einer Ernährungsweise sind eine hohe Aufnahme von Vitaminen & Nährstoffen, da diese nicht durch Erhitzen verloren gehen und dadurch bekommt man mehr Lebensenergie. Die beiden Rohkost-Köche Melanie Maria Holzheimer & Boris Lauser erklären das in einem Video sehr gut.

Gut zu wissen ist auch, dass bei der Rohkost alles möglich ist – wie Boris Lauser so schön sagt: er kann alle gekochten Gerichte in Form & Textur auch in roh zubereiten.  Bisher hatte ich nicht das Gefühl beim Essen auf etwas zu verzichten. Auch Kaffee oder Matcha Tee fehlen mir gerade nicht. Alkohol trinke ich ohnehin so wenig, dass ich den auch ganz weglassen kann und Limonade ist auch nicht überlebensnotwendig. Streng genommen ist Tee nicht erlaubt, denn über 70 Grad erhitztes Wasser wird vom Körper als gekocht wahrgenommen – gerade im Winter finde ich aber einen frischen Ingwertee mit oder ohne Zitrone sehr angenehm und deshalb trinke ich den auch weiterhin.

Snacks und Comfort Food

In der ersten Woche habe ich vormittags und nachmittags meist noch einen Snack gebraucht – inzwischen hat das nachgelassen. Wenn ich zwischendurch Hunger habe, esse ich einen Apfel, Birne, Karotten, Fenchel oder ein paar Nüsse. In den letzten Tagen hatte ich gerade abends, nach einem Tag voller Grün, Lust auf was Süßes. Eine Bananenmilch mit selbst gemachter Cashew- oder Mandelmilch, Vanille, Zimt und noch etwas rohem Kakao war dann mein Abendessen & Comfort Food. Kakao sollte allerdings abends mit Vorsicht genossen werden, er wirkt ebenso anregend wie Kaffee. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass ich weniger esse als sonst und auch mit diesem Weniger sehr gut über die Runden komme.

Aber natürlich gibt es auch Momente, in denen ich nervös, angespannt oder traurig bin und in denen ich wahrscheinlich zu einer Tüte Chips oder Keksen greifen würde. Vor ein paar Tagen habe ich deshalb ziemlich spät abends eine ganze Packung Rohkostbrot gegessen. Zufriedener war ich danach nicht und richtig schlecht geschlafen habe ich auch noch. Lektion gelernt. Aber wie bei allem im Leben ist es auch hier wichtig, milde mit sich zu sein. Es geht auch bei Rohkost nicht darum, sich etwas zu verbieten oder bestimmte Lebensmittel zu verteufeln. Vielmehr geht es darum zu merken, was einem gut tut und was nicht. Grüner Smoothie zum Frühstück, großer Salat zum Mittagessen – tut mir sehr gut. Spätes Essen in großen Mengen – mir ist übel und ich schlafe schlecht. So einfach ist das.

Rohkost & (k)ein Ende

Nach über der Hälfte meiner vierwöchigen Rohkostzeit habe ich noch nicht mal annähernd alle Gerichte ausprobiert, die ich gerne testen will und an das Enddatum nach den vier Wochen will ich momentan gar nicht denken. Da es mir gerade so gut geht und ich so begeistert bin, höre ich sicher nicht einfach schlagartig auf – so viel steht jetzt schon fest.

Mehr über die Rohkost & mich kann man in meinem Raw Love Blog lesen, in dem ich jeden Tag über meine Smoothies, Mahlzeiten & Erfahrungen schreibe.

Mein Dank gilt „Keimling“, die mich für die Zeit meiner Rohkosternährung mit tollen Geräten & Produkten ausgestattet haben. Der Vitamix ist täglich mehrere Male in Gebrauch, Nussmilch aus dem Soyabella mit Bananen und rohem Kakao ist mein Comfort-Smoothie und frischer Gurkensaft mit Apfel aus der Green Star Saftpresse hat das Zeug zum Lieblingsgetränk.

Kategorie Food
Autor

Ich bin Franziska und liebe schöne Dinge. Dazu gehören für mich unbedingt Mode sowie Kosmetik und auch gutes Essen in coolen Restaurants. Aber schön soll es nicht nur für mich sein, sondern auch für andere. Nämlich die Umwelt, Tiere und Menschen. Deshalb: vegan, eco und fair.

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