Rezept // Kartoffelgratin mit rohem Sauerampfer-Püree

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Essen war – neben der Fotografie – schon immer meine grosse Leidenschaft. Seit jeher habe ich gerne Zeit in der Küche verbracht und in Kochtöpfe geschaut. Kein Wunder also, dass ich Food-Fotografin geworden bin. Auch wusste ich schon immer genau, was ich essen wollte und was nicht: mit drei Jahren wurde ich Vegetarierin und vor einigen Jahren Veganerin.

Die kreativen Anfänge in der WG-Küche

Während meiner Fotografinnen-Ausbildung bei einem Werbefotografen in Zürich fing ich an, für den Blog meiner Mitbewohnerin zu fotografieren. Ganz unprätentiös in der gemeinsamen WG-Küche. Ihr Blog damals hiess „Veganistan“, den gibt es heute nicht mehr. Inzwischen schreibt sie für ihre neue Seite Herb., dafür mache ich auch wieder die Fotos.

Das war noch lange bevor die Food-Fotografie zu so einem Trend wurde, wie sie es heute –nicht zuletzt dank Blogs und Instagram – ist. Je mehr Erfahrung und Wissen ich über die Jahre gesammelt habe, desto klarer wurde mein Stil. Mich interessiert nicht nur das fertige Food-Foto am Ende, sondern auch die Geschichte zum Gericht.

Heute habe ich mich als Food-Fotografin etabliert und arbeite zusammen mit Foodstylist*innen und Köch*nnen für namhafte Kunden. Mit der Zeit ist dabei mein Wunsch gewachsen, die Themen sowie die Motive der Bilder aktiv mitzugestalten.

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Kulinarische Vielfalt und kosmopolitische Wurzeln

Ich bin kosmopolitisch aufgewachsen – somit war und ist meine heimische Küche von vielen Einflüssen geprägt. Meine Mutter hat schottische Wurzeln und mein Vater italienische.
Ich bin eine begeisterte Pasta-Esserin in allen Variationen und mag morgens am liebsten Herzhaftes wie Baked Beans und Marmite-Brot (salziger Brotaufstrich) zum Frühstück.

Als ich fünf war, zogen wir von der Schweiz nach Barcelona. Die ausblutenden Hasen und Fasane an den Marktständen der „Boqueria“ und die vielen Restaurants voller von der Decke hängender Schinken haben wohl dazu beigetragen, dass schon so früh an einer vegetarischen Ernährungsweise festhielt.

Durch die Zeit in Spanien machten sich in meiner Familie weitere Einflüsse auf unseren Tellern bemerkbar. Ich erinnere mich noch gut an einige Experimente in der Küche, die wir anfänglich fehlenden Spanisch-Kenntnissen, unbekannten Zutaten und sprachlich nicht ganz nachvollziehbaren Zubereitungsanleitungen zu verdanken hatten. Das hat jedoch die Vielfalt in unserer Küche eher noch größer gemacht.

Heute leben meine Eltern in Zürich und haben mitten in der Stadt einen kleinen Garten, in dem alles Wichtige an Gemüse, Kräutern und Beeren zu finden ist. Meine Mutter Catherine ist für das Wachsen und Gedeihen zuständig, mein Vater Andreas verarbeitet dann alles in der Küche (und damit meine ich wirklich alles). Er ist bildender Künstler und Musiker und hat schon seit ich denken kann gerne gekocht. Und zwar so wie er malt: kreativ, intuitiv und bunt.

Mit meinem ersten eigenen Artikel für Veggie Love möchte ich zurück zum Anfang und meine ganze kulinarische Geschichte erzählen. Ich habe daher meinen Vater gebeten, ein paar vegane Rezepte (natürlich mit Gemüse aus dem Garten meiner Mutter) zu kreieren. Bereits 2010 haben mein Vater und ich für meinen ersten Kochbuch-Auftrag (Salz & the City) gemeinsam gekocht und fotografiert. So wie wir das kürzlich für dieses Rezept wieder getan haben.

Kartoffelgratin mit rohem Sauerampfer-Püree

Zutaten für zwei Personen
8 mittelgroße weich kochende Kartoffeln
ein gehäuftes Salatsieb mit Sauerampfer (oder Mangold)
etwa 200 Gramm veganer Schmelzkäse (ich mag Simply V auf Mandelbasis)
eine Handvoll geschälte Mandeln
heiße Gemüsebouillon
100 ml Sojacreme (alternativ Hafercreme)
Knoblauch
100 ml gutes Olivenöl
Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Ofen auf 200 Grad vorheizen

Gratinform einölen, Kartoffeln fein schneiden und in einer Auflaufform schichten. Mit Gemüsebouillon übergiessen, so dass die Kartoffeln knapp bedeckt sind. Sojacreme darüber geben sowie Salz und Pfeffer. Ab in den vorgeheizten Ofen, bei mittlerer Höhe bei 200 Grad circa 40 Minuten lang backen.

Sobald Kartoffeln leicht bräunen, den Schmelzkäse gleichmässig darauf verteilen und erneut
für etwa 20 Minuten in den Ofen geben.

In der Zwischenzeit den rohen Sauerampfer klein schneiden. Mit den Mandeln sowie etwas Knoblauch, Salz und Pfeffer und dem Olivenöl pürieren.

Sobald der Schmelzkäse gebräunt ist, den Gratin raus nehmen und kurz ruhen lassen. Dann zusammen mit dem Sauerampfer-Püree servieren.

Nora Dal Cero Andreas Dal Cero I Veggie Love

Anmerkung zu Sauerampfer:
Dieses Wildgemüse gibt es selten zu kaufen. Meine Mutter hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, solche Gemüsesorten anzupflanzen, die bei uns nicht (so leicht) erhältlich sind.
Sauerampfer ist besonders in der französischen Küche sehr etabliert. Kein Wunder also, dass fast alle Sorten aus Frankreich kommen. Alternativ zu Sauerampfer kann übrigens Mangold verwendet werden.

Wer gerne Sauerampfer selbst anpflanzen möchte:
Bestellen kann man die Samen bei Rühlemanns, Bingenheimer Saatgut oder Sativa (CH). Die Pflanze liefert schon im zeitigen Frühjahr die ersten frischen Blätter. Direktsaat oder Anzucht möglich. Der botanische Name lautet: Rumex acetosa.

Kategorie Food
Nora
Autor

Nora Dal Cero lebt, isst und fotografiert in Zürich und Berlin. Die ausgebildete Fotografin mit schottisch-italienischen Wurzeln bekam die Liebe zum Reisen, Kulinarik und Entdecken neuer Orte bereits in die Wiege gelegt: ihre Kindheit verbrachte sie in Barcelona und in verschiedenen Städten in der Schweiz.

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