show me the eco fashion

In der vergangenen Woche drehte sich in Berlin alles um Mode – es war Fashion Week in der deutschen Hauptstadt. Zum ersten Mal bin ich dafür nicht aus München angereist, sondern einfach mit dem Fahrrad oder der U-Bahn von Zuhause gekommen. Und wie jede Saison war ich unterwegs in Sachen Öko-Mode. Besonders gefallen haben mir in diesem Sommer:

  • Rita in Palma: Das Berliner Label verbindet avantgardistische Mode mit integrativer Arbeit. Das heißt: in Kooperation mit türkischen Frauen entstehen (derzeit) in Heimarbeit und natürlich Handarbeit Accessoires mit traditionellen Häkeltechniken. Es gibt Krägen, Tücher und Ketten – mir haben es die Schleifenketten besonders angetan. Ein schlichtes T-Shirt dazu und toll. Bereits in Planung ist eine Nähstube in Neukölln, in der die beiden Designerinnen Ana Nuria Schmidt und Ann-Kathrin Carstensen die Zusammenarbeit und Integration der Frauen weiter fördern wollen.
  • Studio Jux: Das Label stammt aus Amsterdam, gefertigt wird in Nepal und der Name stammt aus Deutschland. Denn Spaß soll Mode sein und machen, aber nicht nur den Designern und Käufern, sondern auch den Herstellern und Nähern. Faire und gute Arbeitsbedingungen sind wichtig und die Designerin Jitske Lundgren besucht regelmäßig die Produktionsstätte, um deren Einhaltung sicher zu stellen. Der Käufer eines jeden Stückes kann nachverfolgen, von wem es gefertigt wurde. So kam es zu „My Nepali tailor is a rock star“, denn es gibt tatsächlich einen Näher, der in einer Band spielt und Rockstar werden möchte. Das Armband und die Kette mit diesem Spruch haben mir besonders gut gefallen. Das Label ist immer auf der Suche nach nachhaltigen Materialien, um daraus schöne Mode herzustellen. Derzeit werden unter anderem recycelte Flaschen, Hanf, Algen oder Zellulosefasern verwendet.
  • Slowmo: Mit den beiden Geschwistern Felicia Moss-Kraus und Melchior Moss hatte ich schnell ein Gesprächsthema neben der Mode gefunden: nachhaltige Ernährung. Die beiden sind seit ihrer Geburt Vegetarier. „Organic is not a fashion, it is a commitment“, so beschreibt sich das Familienunternehmen aus Berlin selbst. Langlebige, qualitativ hochwertige und vor allem schöne Kleidungsstücke, die in der Schnelllebigkeit unserer Zeit auf Ruhe und Beständigkeit setzen. Was mir besonders gefallen hat: das Shirt, das auf zwei verschiedene Arten – mit runden und V-Ausschnitt – getragen werden kann.
  • Studio Ecocentric: Schon allein das Lookbook von Studio Ecocentric ist ein Kunstwerk und liegt immer gut sichtbar auf meinem Schreibtisch. Vergangene Woche kam ein neues Lookbook dazu und auch das wird nicht in einer Schublade verschwinden. Die Designerin Katrin Kummer präsentiert mit ihren dritten Kollektionen zeitlose und sehr feminine Klassiker aus hochwertigen Materialien, wie Biobaumwolle aus der Schweiz. Inspiriert dazu wird sie durch ihre große Kleidersammlung mit ausgesuchten Originalen aus den 40er bis 70er Jahren. Wenn ich die Blusen, Röcke und Kleider sehe, möchte ich mich am liebsten zum Tanztee verabreden oder eine Cat-Eye-Brille aufsetzen. Was mir besonders gefällt: die Röcke, die einem das Gefühl von Weiblichkeit geben und den Wunsch auslösen, mehr High Heels und Lidstrich zu tragen.
  • Oat Shoes: Turnschuhe sind in der Ökomode-Szene ein großes Thema und neue Labels werden immer sehnsüchtig erwartet. So hatte ich schon von diversen Sneaker-affinen Männern von Oat Shoes aus Amsterdam gehört, bis ich sie im GreenShowroom selbst gesehen & probiert habe. Der Clou: die Schuhe können kompostiert werden. Ja, richtig gelesen. Wenn sie ausgetragen sind, können sie auf den Kompost oder in den Bio-Müll geworfen oder auch im Garten vergraben werden. Die im Schuh integrierten Samen lassen daraus dann ein Bäumchen wachsen. Und keine Sorge, sie überstehen auch Regengüsse, ohne sich in Einzelteile aufzulösen. Am Anfang sind sie noch etwas steif, das legt sich aber nach kurzer Zeit des Tragens. Was mir besonders gefällt: die 80er-Jahre-mäßigen knöchelhohen Sneakers mit der blauen Sohle. Nur ein kleiner Teil der Kollektion ist übrigens mit Leder, ganz viele Modelle sind lederfrei – yay!
  • yog:k uniwearsal: Ein ganz neues Damen-Model-Label aus Hamburg, das nicht von der Trägerin Anpassung verlangt, sondern sich an sie anpasst. Die Funktion der einzelnen Stücke ist variabel: schlichte Grundformen, die durch das Ziehen an Kordeln, Herumwickeln oder Verknoten neue Formen, Größen und Silhouetten bekommen. Die Kollektion der Designerin Laura Krämer wurde aus Baumwollgewebe, wie Popeline, Jersey oder Sweat gefertigt, alles bio & fair und „made in Germany“. Was mir besonders gefällt: der Name der ersten Kollektion „do your own thing“ und das grüne Hemd, das auch als Jacke getragen werden kann.
  • Queen and Princess: Blusen & Hemden habe ich schon immer besonders gerne getragen. Die Designerin Jessica Reyes Rodriguez präsentierte auch diese Saison wieder eine sehr schöne Kollektion für Frauen und Mädchen. In jeder Frau steckt an manchen Tagen mehr Königin und an anderen mehr Prinzessin, bei Queen and Princess finden beide die richtige Bekleidung. Zarte Blusen und nun auch leichte Blazer – selbstverständlich aus zertifizierten Biomaterialien und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt. Was mir besonders gefällt: eine Basis Kollektion aus schwarzen & weißen Blusen gibt es immer, jede Saison werden diese durch farbige oder gemusterte Teile und neue Schnitte ergänzt.
  • Noah Italian Vegan Shoes: Massimiliana Delù ist eine Frau nach meinem Geschmack. Die Italienerin suchte nach schicken lederfreien Schuhen, fand keine passenden und gründete kurzerhand Noah Italian Vegan Shoes. Sie selbst ist seit vielen Jahren Vegetarierin und verzichtet schon lange auf Lederprodukte. Worauf sie aber nicht verzichten will, sind Stil, schöne und hochwertige Schuhe sowie Tragekomfort. Die Schuhe werden in Italien aus Mikrofaser gefertigt. Dieses Material ist langlebig, atmungsaktiv und in der Herstellung um umweltfreundlicher als Leder. Was mir besonders gefallen hat: die schlichten Ballerinas und die Stiefeletten für den kommenden Herbst und Winter.
  • Minga Berlin: Was man vielleicht nicht vermuten würde, aber ökologische und dazu gute & haltbare Socken sind schwer zu finden. Das Label Minga Berlin stellt Socken und Overknees aus zertifizierter Bio-Baumwolle und mit grafischen Mustern her. Gegründet wurde die Marke in München und Berlin, dabei steht München für das Qualitätsbewusstsein & die Nachhaltigkeit. Berlin dagegen für kreative Energie & Experimentierfreude. Was ich mochte: natürlich die pinken Socken.

Schöne & nachhaltige Mode sieht man in Berlin aber nicht nur im Januar & Juli zur Fashion Week. Im grünen Concept Store de la Reh in Berliner Westen und bei Wertvoll am Prenzlauer Berg gibt es das ganze Jahr schöne Öko-Mode zu sehen und zu kaufen. De la Reh führt unter anderem die Kollektionen von Julia Starp, Kami Organic, Mika Modiggard, Komodo, Alchemist, Beyond Skin, The Baand, Veggie Jewels von Kvast und Schmuck von Tinchens.

Und auch bei Wertvoll finden die Eco-Fashionista und der Ethically Handsome Man Bekleidung der Marken portocolonia, People Tree, Knowledge Cotton Apparel, Pants to Poverty, Slowmo, ThokkThokk und Anti Glamour League.

Anmerkung: Wie immer habe ich bei ausgewählten Herstellern und Designern nach nachhaltiger Mode gesucht. Die im Artikel beschriebenen Teile sind alle vegan. Darüber hinaus haben die einzelnen Labels aber auch Kleidungsstücke oder Accessoires, die aus tierlichen Materialien hergestellt werden.

Kategorie Fashion
Autor

Ich bin Franziska und liebe schöne Dinge. Dazu gehören für mich unbedingt Mode sowie Kosmetik und auch gutes Essen in coolen Restaurants. Aber schön soll es nicht nur für mich sein, sondern auch für andere. Nämlich die Umwelt, Tiere und Menschen. Deshalb: vegan, eco und fair.

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