Vegucated – Eine Dokumentation

3 Menschen. 6 Wochen. 1 Herausforderung. Das verspricht der Film „Vegucated“, der vergangenen Samstag zum ersten Mal in Europa gezeigt wurde – und zwar im Veganz in Berlin. Eigentlich plante Fé von Berlin ick vegane Dir einen Mädelsabend, daraus wurde dann aber kurzerhand die Europapremiere des Films und dank der großen Nachfrage wird er am 4. Februar erneut gezeigt.

Um was geht es also in Vegucated?

Um drei Menschen und deren Herausforderung, sechs Wochen lang vegan zu leben.

  • Ellen, eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die tagsüber als Psychologin arbeitet und abends als Stand Up Comedian auftritt. Deswegen hat sie wenig Zeit zu kochen und isst meist unterwegs oder Fertigprodukte.
  • Tesla, die kein Gemüse mag und für deren Familie es unvorstellbar ist, auf Fleisch zu verzichten.
  • Brian, dessen Kühlschrank geradezu nach Junggeselle schreit und der abnehmen und fitter werden möchte.
  • Und natürlich Marisa Miller Wolfson, die Macherin der Dokumentation, die das Trio während ihrer gesamten „Vegucation“ begleitet und unterstützt.

Nach einem letzten fleischlastigen Abendessen geht es los mit der veganen Ernährung. In diesen sechs Wochen sehen die „Vegan-Schüler“ einen Film über Massentierhaltung, gehen anfangs gemeinsam in den Supermarkt, um zu lernen, wie groß die Auswahl an veganen Lebensmitteln ist und besuchen ein Veggie Festival. Sogar zwei Hühner retten sie aus der Massentierhaltung und bringen sie in einen Gnadenhof. Dazwischen gibt es immer wieder Fakten und Informationen rund um Ernährung und Tierhaltung.

Eine Herausforderung ist es für die Drei in der Tat und immer wieder werden sie auf die Probe gestellt: Was esse ich? Was koche ich? Was kann ich im Restaurant bestellen? Besonders Tesla, die bisweilen an ihre Grenzen stößt, wenn es um das Ausprobieren von Gemüsesorten geht, leidet sichtbar. Ellen und Brian dagegen blühen regelrecht auf, sogar die beiden Kinder von Ellen sind nach anfänglicher Skepsis von der neuen Ernährungsweise ihrer Mutter begeistert.

Leichte Kost ist der Film nicht – besonders die Stelle mit dem Besuch im still gelegten Schlafhof während dabei immer wieder Szenen zu sehen sind, wofür die dort noch vorhandenen Geräte tatsächlich verwendet werden. Da musste nicht nur ich die Augen schließen.

Mein Fazit: Unbedingt sehenswert.

Es wurde gelacht, es lief die ein oder andere Träne und Hände wurden vor die Augen gehalten. Dennoch oder gerade deswegen ist der Film zu empfehlen – VegetarierInnen, VeganerInnen, Neugierige und für alle, die denken, dass sie nie und nimmer vegan leben könnten. Denn das zeigen die ehemaligen Fleischliebhaber Ellen, Tesla und Brian ganz eindrücklich: auch wenn es zuerst unvorstellbar erscheint, ist es möglich, tut gut und macht sogar Spaß.

Vor und nach ihrer Vegucation wurden die Teilnehmer ärztlich untersucht: Cholesterin, Blutdruck und Gewicht. Bei allen hat sich die Gesundheit verbessert und Gewichtsverlust gab es auch.

Auf der Webseite vom Film gibt es zudem auch den „aktuellen Stand“ der Veganisierung von Ellen, Tesla und Brian. Damit ich hier nichts vorweg nehme, hier nur der Link.

Zu Marisa Miller Wolfson

Über sieben Jahre hat Marisa an der Dokumentation gearbeitet und hat neben Zeit, Geld auch jede Menge Herzblut investiert. Das Ergebnis ist gelungen und ihre Arbeit mehr als sehenswert. Gleich zu Beginn des Films bekommt man auch einen guten Eindruck von Marisa als sie von ihrem eigenen Weg zum Veganismus erzählt: sie hat jede Menge Humor. Aber nicht nur das hat sie, sondern auch ein Händchen dafür, wie man Menschen auf dem Weg zum Veganismus motiviert und unterstützt. Und als Filmemacherin ist es ihr gelungen, das ernste Thema Veganismus so zu verpacken, dass man der Vegucation von Ellen, Tesla und Brian gerne zuschaut (okay, bis auf besagte Szenen aus dem Schlachthaus. Aber auch das gehört zur Vegucation).

Über die gelungene und ausverkaufte Premiere in Berlin hat sich Marisa sehr gefreut, hat sie doch eine besondere Verbindung zu Deutschland: ihre Mutter ist Deutsche, sie hat als Kind jeden Sommer bei ihrer Oma in Ulm verbracht und später Germanistik studiert. Zur Europapremiere habe ich Marisa drei Fragen gestellt:

  • Wenn die Zuschauer nur eine Sache aus Vegacuted mitnehmen sollen, was wäre das?

Dass Veganismus nicht extrem ist. Dass es eigentlich eine sehr vernünftige, leckere und bedeutungsvolle Lösung so vieler Probleme ist. Veganismus ist der nächste Schritt in unserer menschlichen Evolution.

  • Tesla mag ja kein Gemüse. Was ist denn dein Lieblingsgemüse?

Darf ich nur ein Lieblingsgemüse nennen? Ok, dann Grünkohl. Den esse ich fast jeden Tag in Smoothies, grünem Saft, auf Pita, Pizza, Pasta, Burger – einfach überall, weil er so nahrhaft ist und gut schmeckt.

  • Was magst du am Veganismus ganz besonders?

Auch wenn ich faul bin oder keine Zeit habe, jeden Tag irgendwie aktiv zu sein, kann ich durch meinen Veganismus dreimal am Tag die Umwelt, Tiere und meine eigene Gesundheit schützen.

Auf der Webseite von Vegucated sind die Termine aller Vorführungen weltweit zu finden. Darüber hinaus kann dort die DVD bestellt und Lizenzen für die öffentliche Aufführung erworben werden. Im Veganz in Berlin wird es in Kürze ebenfalls die DVD zu kaufen geben.

Kategorie Food
Autor

Ich bin Franziska und liebe schöne Dinge. Dazu gehören für mich unbedingt Mode sowie Kosmetik und auch gutes Essen in coolen Restaurants. Aber schön soll es nicht nur für mich sein, sondern auch für andere. Nämlich die Umwelt, Tiere und Menschen. Deshalb: vegan, eco und fair.

7 Kommentare

  1. Das ist ein sehr schöner Bericht über den Film bzw. die Filmvorführung von Vegucated im Veganz! Würde ich in Berlin wohnen, wäre ich auch definitiv dabei gewesen! :-)

    Ich habe mir übrigens die DVD aus Amerika schicken lassen, und der Film hat mir auch sehr gut gefallen. Nun werde ich versuchen, diesen an so viele Leute wie möglich in meiner Umgebung zu verleihen!
    Achso, an alle, die auch überlegen, den Film zu kaufen: obwohl es eine amerikanische DVD ist, kann man diese problemlos auch auf unseren europäischen DVD-Spielern schauen.

  2. Liebe Franzsika,

    vielen Dank für diese tolle Info. Ich freue mich sehr darüber, dass es in den Film in ca. zwei Wochen ganz einfach bei http://www.muso-koroni.com zu bestellen geben wird!

    Kannst du mir vorab noch zukommen lassen, wann genauich die Augen lieber schließen soll? :-)

    Herzliche Grüße in die Hauptstadt,
    Claudi

    • Franziska

      Liebe Claudi, liebe Greensoul,

      vielen Dank für den Hinweis, dass die DVD auch hier problemlos abspielbar ist. Was die Stellen betrifft, die man vielleicht lieber nicht sehen will: da kommt immer mal wieder was. Aber keine Sorge, wenn Du sie nicht sehen willst, schaffst Du es sicher immer rechtzeitig, die Augen zuzumachen.

      Hoffe sehr, dass der Film weltweit große Verbreitung und Anerkennung findet – je mehr Menschen darüber schreiben und sprechen, die DVD verleihen und so weiter, desto besser! Love & Veggies, Franziska

  3. Liebe Franziska, vielen Dank für den tollen Bericht, den ich gerade als Link bei all meinen Anfragen mitgeschickt habe. Nach einem kurzen Brainstorming mit Fè habe ich mich nun dazu entschieden, eine öffentliche Vorführung a ´la Eurer im Veganz, auch in München zu organisieren. Locations sind angeschrieben und auch für das leibliche Wohl soll gesorgt werden (auch hier sind bereits potentielle Verköstiger angeschrieben). Ich hoffe meine ganze Aktion klappt…. ich halte Euch auf dem Laufenden…! :-)

    • Liebe Susanne – das ist ja toll. Bin gespannt, wann und wo der Film dann in München zu sehen sein wird. Viel Erfolg für die Vorbereitung und Organisation! Love & Veggies, Franziska

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