When in doubt, wear red.

So viel Wahrheit steckt in der Aussage „Du bist, was Du isst“. Was wir essen oder vielmehr, mit welchen Lebensmitteln wir unseren Körper versorgen, hat großen Einfluss darauf, wie wir uns fühlen & wie viel Energie wir haben. Aber was ist mit unserer Haut und den Produkten, die wir täglich darauf auftragen? Immerhin ist die Haut unser größtes Organ und rund 60 Prozent von dem, was wir uns auf die Haut cremen, gelangt direkt ins Blut. Ganz schön viel, finde ich.

Was ich als Lebensmittel gerne mag & sehr gesund ist, kann auch in meiner Kosmetik nicht verkehrt sein. Granatapfel wird als die „Frucht des Lebens“ bezeichnet und sogar als Symbol für ewige Jugend betrachtet. In der Küche passen die fruchtigen Samenkörner des Granatapfels sehr gut zum Salat oder in Suppen sowie in Nachspeisen. Dank des hohen Anteils an Antioxidantien wirkt Granatapfel als Radikalfänger – kurz gesagt: er schützt die Haut vor freien Radikalen, die durch UV-Strahlen & Stress (auch durch Nikotin & Alkohol) entstehen können. Und genau diesen Schutz bekommt man nicht durch das Essen der Frucht, sondern auch durch die Pflege damit. Die essentiellen ungesättigten Fettsäuren der Samenkörner, die Punicinsäure, findet man in solch einer hohen Konzentration in keiner anderen Frucht – sie fördert die Neubildung von Zellen & regeneriert so das Hautgewebe. Weleda schreibt: die Haut wird glatt und bekommt eine schöne Ausstrahlung – hört sich auf jeden Fall gut an. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: die Duschcreme riecht zum Reinlegen & mein Tag fängt damit einfach besser an. Die Handcreme ist die beste, die ich je hatte und das Körperöl: sehr, sehr gut vom Geruch & der Konsistenz! Öl –egal ob für den Körper oder das Gesicht – sollte am besten auf die noch feuchte Haut nach dem Duschen oder Waschen aufgetragen werden. So kann es besser einziehen & hinterlässt keinen unangenehmen Fettfilm.

Warum ich großen Wert auf zertifizierte Naturkosmetik lege: Was ich mir, meiner Haut, meinem Körper & meiner Gesundheit nicht antun will, sind Inhaltstoffe, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen oder meine Poren verstopfen. Dazu gehören Stoffe wie PEG/PEG-Derivate, die beispielsweise in Shampoos oder Duschgel & Cremes als Tenside oder Emulgatoren eingesetzt werden. Sie verbinden im Pflegeprodukt Wasser & Fett und können so die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Weitere Inhaltsstoffe, die man eigentlich nicht in der Nähe seines Körpers haben möchte, sind bedenkliche UV-Filter, die wie Hormone wirken können, Formaldehyd, Triclosan & Diethylphthalat (DEP). Oder Halogenorganische Verbindungen, die als Konservierungsmittel/-stoffe eingesetzt werden und als bedenklich & umstritten gelten. Ebenso Konservierungsstoffe wie Parabene, die zum Glück in zertifizierter Naturkosmetik nichts zu suchen haben. Sehr günstige & deshalb beliebte Inhaltsstoffe wie Paraffine/Erdölprodukte/Silikone lassen sich nicht so leicht ins Gleichgewicht der Haut integrieren, können sich in Organen wie Leber oder Lymphknoten anreichern & dann sogar in der Muttermilch nachgewiesen werden. Brrrrr. Und was für die Gesundheit des Menschen schädlich ist, ist sicher auch nicht besonders umweltfreundlich.

Echte Naturkosmetikhersteller verzichten auf synthetische Fette, Öle, Farben & Düfte und setzen auf pflanzliche Zutaten, möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau. Naturkosmetik bedeutet aber nicht auch gleichzeitig frei von tierischen Inhaltstoffen. Erlaubt sind hier Wachse & Honig. Stoffe von tierischen Produkten sind nur vereinzelt erlaubt, wie zum Beispiel roter Farbstoff Karmin, der von Läusen stammt. Wie bei Lebensmitteln lese ich hier aufmerksam die Liste der jeweiligen Inhaltstoffe. Viele Hersteller kennzeichnen ihre Produkte auch mit der Veganblume & machen so den Einkauf einfacher.

Erst kürzlich habe ich auf die Aktion „Blogger gegen Tierversuche“ aufmerksam gemacht – Kosmetik an Tieren zu testen ist unfassbar grausam & unnötig. Hierbei wichtig: weder die einzelnen Inhaltsstoffe noch das Endprodukt sollte an Tieren getestet werden.

Auf der Facebook-Seite von Weleda USA habe ich dieses Rezept für Biscotti gefunden: dort wird das Granatapfelöl zum Backen verwendet (vegan ist das Rezept aber nicht). Auf der BioFach im Februar habe ich eine nette Dame nach der Essbarkeit der Öle von Weleda gefragt. Das ist prinzipiell möglich, sagte sie. Allerdings hatte sie bisher nur von der Verwendung des Calendula-Öls als Salatöl gehört. Offizielle Rezepte von Weleda gibt es für die Verwendung der Öle als Lebensmittel nicht. Aber gut zu wissen, dass man sie essen könnte…

Meine Vorliebe für die rote Frucht hat bei mir den Weg von der Küche ins Badezimmer gefunden & derzeit benutze ich die Gesichtspflegeserie von i+m Naturkosmetik, das Gesichtsöl von John Masters Organics sowie die Körperpflegeserie von Weleda, die alle Granatapfel enthalten.

Eine Anmerkung zu Weleda Duschcreme: die verwendete Milchsäure wird aus Zucker fermentiert & ist nicht tierischen Ursprungs.

Das Zitat „When in doubt, wear red“ stammt vom amerikanischen Modedesigner Bill Blass.

4 Kommentare

  1. Ich bin auch ein ganz großer Fan der Grantapfel Produkte aus dem Hause Weleda. Mein Bad sieht sieht rot ;-) Allerdings wusste ich gar nicht, was da alles in dieser roten Frucht drin steckt.

  2. toller artikel, liebe franziska. eins interessiert mich dennoch brennend: woher hast du die info, dass grob 60% von dem was wir uns auf die haut schmieren auch ins blut gelangt? das ist unglaublich gruselig!

    • Franziska

      Liebe Sarah – vielen Dank für Deine Nachfrage. Ich habe einen Teil des Artikels vor meinem Umzug geschrieben, so dass ich momentan nicht auf alle Unterlagen zugreifen kann, die sind zum großen Teil noch in Kartons. Ich hatte dazu jede Menge Ökotesthefte rund um Kosmetik gelesen, das Buch „Not just a pretty face“ von Stacy Malkan und auch einige Videos angeschaut. Die 60 Prozent muss ich mir aus einer dieser Quellen notiert haben. Eine Studie von „The Herb Research Foundation“ belegt diese Zahl: http://www.livestrong.com/article/226763-side-effects-of-petrolatum/ Siehe Abschnitt „Petrolatum May Suffocate the Skin“. Naturkosmetik & unsere Gesundheit ist ein Thema, das ich auch in Zukunft verfolge und plane dazu auch noch einige Gespräche mit Experten. Mehr dann natürlich hier im Blog. Love & Veggies, Franziska

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